NaturWissenschaft und Technik

In dieser Veranstaltungsreihe werden aktuelle Themen und Forschungsprojekte aus den physikalischen Wissenschaften allgemeinverständlich präsentiert. Namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen ihre Ergebnisse vor. Die Bandbreite der Themen geht dabei auch in andere naturwissenschaftliche sowie naturphilosophische Bereiche hinein.

 



 

VORTRAGSPROGRAMM 2020 (wird fortlaufend ergänzt)

 
28. Januar Vom Brückenbau bis zur Weltraumstation – Faszination Werkstofftechnik Sonderkolloqium
05. Februar Exoskelette – Biologie-Technik-Schnittstellen Dr. med. Urs Schneider
19. Februar Ionenstrahlen gegen Krebs – the magic bullets? Prof. Dr. Klemens Zink
27. Mai LIVESTREAM: Transmutation radioaktiver Abfälle – Brauchen wir Gorleben in Zukunft noch? Prof. Dr. Holger Podlech
03. Juni LIVESTREAM: Photonen, Gluonen, W- und Z-Bosonen: Von den Kräften, die die Welt zusammenhalten Prof. Dr. Marc Wagner
01. Juli LIVESTREAM: Wie stirbt eigentlich Schrödingers Katze? – Ein Blick in die seltsame Welt der Quanten Prof. Dr. Reinhard Dörner

 

Themenbeschreibung

 

Dienstag, 28. Januar 2020, 15 - 18:30 Uhr
„Vom Brückenbau bis zur Weltraumstation – Faszination Werkstofftechnik“
29. Frankfurter Sonderkolloquium der Reihe Technik und Gesellschaft im Dialog.

 

Gemeinsame Veranstaltung von DECHEMA, Physikalischer Verein, GDCh, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, DVS, VDI, DBG

Brückenbau
Bild: Pixabay - Yvon Guignard
Programm:

Begrüßung und Moderation

Dipl.-Ing. Rainer Böddecker, DVS-Bezirksverband Rhein-Main
Dr. Jörg Ellermeier, MPA Darmstadt

Rheinbrücke Wiesbaden-Schierstein - nachhaltiger Ressourceneinsatz im Brückenbau
Johannes Springer, Weihermüller & Vogel GmbH, Berat. Ingenieure für Bauwesen – Prüfingenieure, Wiesbaden

Fügetechnik 2030 – Herausforderungen und Lösungsansätze
Prof. Dr. Ing. Uwe Reisgen, Institut für Schweißtechnik und Fügetechnik (ISF), RWTH Aachen

Aktuelle und zukünftige Herstellungstechnologien und Tests von Raketenantrieben und deren Komponenten
Dr. Jörg Riccius, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Lampoldshausen

Aktuelle Entwicklungen und Zukunft der bemannten und robotischen Raumfahrt in Europa unter Berücksichtigung der Werkstofftechnik und notwendigen Lebenserhaltungssystemen
Dr. Thomas Reiter, ESA (European Space Agency)


Ort: DECHEMA HAUS, Theodor-Heuss-Anlage 25, 60486 Frankfurt am Main
Eintritt frei, Anmeldung erwünscht, Anmeldung nur bei DECHEMA e.V.

 

 

Themenreihe: „Alles für die Gesundheit: Physik und High-Tech in der Medizin“

Alles für die Gesundheit
Bild: unbekannt
Mittels Licht Infektionen rasch erkennen und bestimmen, mittels Exoskelett sich wieder bewegen können trotz Lähmung, mittels intelligenter Wohnumgebung bis ins hohe Alter den Alltag meistern, mittels neuer Strahlentherapien Krebserkrankungen wirksam behandeln: der Einsatz von High-Tech, Datenverarbeitung und modernen physikalischen Methoden ist in Medizin und Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken. In insgesamt fünf Vorträgen werden aktuelle Forschungsvorhaben vorgestellt.

 

Mittwoch, 5. Februar 2020, 19:30 Uhr
Exoskelette – Biologie-Technik-Schnittstellen
Dr. med. Urs Schneider, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Stuttgart
Exoskelette sind äußere Stützstrukturen: als Rumpfpanzer bei Insekten, als Orthesen in der Medizin, als passive oder aktive Systeme für medizinische Rehabilitation und bei der Arbeit.
Diese Biologie-Technik-Schnittstellen verschmelzen in der aktuellen Forschung immer mehr und werfen täglich neue herausfordernde Fragen auf.
Ein Überblick über Systeme und deren Funktionen und Anwendungen wird gegeben. Beispielhaft werden verschiedene Forschungsfragen herausgepickt und mit den Zuhörern diskutiert.
Stuttgart ExoJacket
Bild: Fraunhofer IPA

 

Ort: Physikalischer Verein – Hörsaal, Robert-Mayer-Straße 2, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.
Mittwoch, 19. Februar 2020, 19:30 Uhr
Ionenstrahlen gegen Krebs – the magic bullets?
Prof. Dr. rer. nat. Klemens Zink, MIT-Marburg und Technische Hochschule Mittelhessen (THM)
Partikeltherapieanlage
Bild: Rainer Wohlfahrt
Mit Hilfe von Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie können etwa 50% der Patienten mit Diagnose Krebs geheilt werden. Bei ausgewählten Tumorerkrankungen (z.B. Lungenkrebs, bestimmte Hirntumore) sind die Prognosen für die Patienten allerdings noch immer sehr schlecht. Mit der sogenannten Partikeltherapie kann diese Situation verbessert werden. Hierbei wird der Tumor mit hochenergetischen Ionen bestrahlt, d.h. winzigen atomaren Teilchen, mit denen das Tumorgewebe millimetergenau vernichtet werden kann. Eine der beiden in Deutschland existierenden Partikeltherapieanlagen wird seit 2015 vom Universitätsklinikum Gießen-Marburg betrieben. Der Vortrag stellt die physikalischen, technischen und strahlenbiologischen Grundlagen der Partikeltherapie vor und zeigt Vorteile sowie Limitationen dieses neuen Verfahrens auf. Welche Weiterentwicklungen gibt es, um auch bewegte Tumore – beispielsweise aufgrund der Atmung des Patienten – besser behandeln zu können?

 

Ort: Physikalischer Verein – Hörsaal, Robert-Mayer-Straße 2, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.
Mittwoch, 27. Mai 2020, 19:30 Uhr
LIVESTREAM: Transmutation radioaktiver Abfälle – Brauchen wir Gorleben in Zukunft noch?
Prof. Dr. Holger Podlech, Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Angewandte Physik
MYRRHA
Durch die friedliche Nutzung der Kernenergie fallen zurzeit weltweit etwa 12000 Tonnen abgebrannter Brennelemente an. Neben der geologischen Endlagerung bietet sich die Transmutation bestimmter Komponenten, insbesondere der langlebigen Transurane an. Neben schnellen kritischen Reaktoren lässt sich die Transmutation in sub-kritischen beschleunigergetriebenen Systemen (ADS) verwirklichen. Dabei erzeugt ein Protonen-Linearbeschleuniger einen Strahl im MW-Bereich, welcher auf ein Target innerhalb eines speziellen Reaktors geleitet wird, um Neutronen zu erzeugen. Zurzeit befindet sich eine Prototypanlage in Belgien in der Konstruktionsphase. An diesem als MYRRHA bekannten Projekts ist die Goethe-Universität maßgeblich im Bereich des Beschleunigers beteiligt. In dem Vortrag wird auf die Grundlagen der Transmutation und die technologischen Herausforderungen eingegangen.
Mittwoch, 3. Juni 2020, 19:30 Uhr
LIVESTREAM: Photonen, Gluonen, W- und Z-Bosonen: Von den Kräften, die die Welt zusammenhalten
Prof. Dr. Marc Wagner, Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Theoretische Physik
Der Vortrag diskutiert die uns bekannten elementaren Teilchen und die zwischen ihnen wirkenden fundamentalen Kräfte, d.h. es wird ein kurzer Einblick in das sogenannte "Standardmodell der Elementarteilchenphysik" gegeben. Außerdem werden einige auf der mikroskopischen Ebene der Elementarteilchen existierende erstaunliche Phänomene besprochen, die unseren Alltagserfahrungen aus der makroskopischen Welt widersprechen.

Standard Model of Elementary Particles
Mittwoch, 1. Juli 2020, 19:30 Uhr
LIVESTREAM: Wie stirbt eigentlich Schrödingers Katze? – Ein Blick in die seltsame Welt der Quanten
Prof. Dr. Reinhard Dörner, Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Kernphysik
MYRRHA
Die Quantenmechanik zeichnet ein Bild der Struktur unserer Welt, das oft unserem Alltagsverständnis widerspricht: Objektiver Zufall und die Beschreibung von Teilchen als delokalisiert über verschiedene Orte sind zwei viel diskutierte Beispiele hierfür. Der Vortrag stellt neuere Experimente zu diesen Grundlagen der quantenmechanischen Weltbeschreibung vor und wird zeigen, warum trotz dieser grundlegenden Quantenstruktur unsere Alltagswelt so „normal“ erscheint.