NaturWissenschaft und Technik

In dieser Veranstaltungsreihe werden aktuelle Themen und Forschungsprojekte aus den physikalischen Wissenschaften allgemeinverständlich präsentiert. Namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen ihre Ergebnisse vor. Die Bandbreite der Themen geht dabei auch in andere naturwissenschaftliche sowie naturphilosophische Bereiche hinein.

 

VORTRAGSPROGRAMM 2022

 
19. Januar Wissenschaft kommunizieren Sonderkolloquium
09. Februar Messen und Wägen: Vom Urkilogramm zur Quantenphysik als Maß aller Dinge Prof. Joachim Ullrich
02. März LIVESTREAM: Warum ist die Erde bewohnbar – und wird dies auch so bleiben? Prof. Dr. Philip Pogge von Strandmann
09. März LIVESTREAM: 50 Jahre Plattentektonik: Auf dem Weg zu einer Vereinigungstheorie der Geowissenschaften? Prof. Dr. Ulrich A. Glasmacher
30. März LIVESTREAM: Wenn sich die Naturwissenschaften treffen:
Warum der Arktische Ozean einst aus Süßwasser bestand
Dr. Walter Geibert
06. April LIVESTREAM: Klimawandel und dessen Folgen für Biodiversität, Ökosysteme und Gesellschaft Prof.Dr. Thomas Hickler
15. Mai, 14 Uhr Schwarze Löcher – so was Irres! Prof. Dr. Harald Lesch
01. Juni LIVESTREAM: Der ‚unsichtbare‘ Vogelzug Dr. Ommo Hüppop
15. Juni LIVESTREAM: Was die Analyse alter Genome zum Verständnis der Vorgeschichte Europas beiträgt Dr. Wolfgang Haak
22. Juni LIVESTREAM: Strömungssimulationen von Windparks Dr. Gerald Steinfeld

 

Themenbeschreibung
Mittwoch, 19. Januar 2022, 15:00 - 18:30 Uhr
„Wissenschaft kommunizieren“
31. Frankfurter Sonderkolloquium der Reihe Technik und Gesellschaft im Dialog.
Gemeinsame Veranstaltung von DECHEMA, Physikalischer Verein, GDCh, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, DVS, VDI, DBG

Wissenschaft kummunizieren
Programm:

Begrüßung und Moderation
Dr. Karin J. Schmitz, Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh)

Jenseits von Peers und Reviewern - verständliche Wissenschaftskommunikation für Alle
Beatrice Lugger, Nationales Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik)

Wer hört mir überhaupt zu? - Zielgruppen der Wissenschaftskommunikation
Ricarda Ziegler, Wissenschaft im Dialog (WID)

Tue Gutes und rede darüber - Wissenschaftskommunikation in Sonderforschungsbereichen
Dr. Ricarda Matheus, Dr. Maren Tiemann, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

It‘s all about chemistry – Wie Experimente Wissenschaft und Kommunikation verbinden
Eric Siemes, https://experimenteshows.de

Online-Veranstaltung, die Teilnahme am Kolloquium ist kostenfrei. Online-Registrierung nur bei DECHEMA e.V.

 

Mittwoch, 9. Februar 2022, 19:30 Uhr
Messen und Wägen: Vom Urkilogramm zur Quantenphysik als Maß aller Dinge
Prof. Dr. Joachim Ullrich, Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt
Das Ur-Kilogramm, Bezugsnormal für jedes Kilogramm-Stück der Welt, ist in die Jahre gekommen. Es verändert sich, wie jedes andere makroskopische Objekt. U.a. deswegen wurde auf der 26. Generalkonferenz für Maße und Gewichte über die Revision des internationalen Einheitensystems (SI) entschieden. Wie von Planck 1900 vorgeschlagen, beruht das revidierte SI auf der Festsetzung der numerischen Werte von meist fundamentalen Naturkonstanten. Diese repräsentieren unseren derzeitigen theoretischen Wissensstand. Die Revision stellt sicher, dass die Einheiten allgemeingültig und überall realisierbar sind. Im Vortrag wird ein Überblick über das revidierte SI gegeben mit Fokus auf die Zukunftsperspektiven einer verbesserten Realisierung in Verbindung mit innovativen Technologien.

Für die Präsenzteilnahme im Hörsaal gelten aktuell folgende Corona-Regeln:
  • Es gilt die 2G Plus-Regel
  • Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist erforderlich
  • Bitte halten Sie die Abstandsregeln ein
Urkilo
Bild: PTB/BIPM
Ort: Physikalischer Verein – Hörsaal, Robert-Mayer-Straße 2, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.
und Livestream

 

 

Themenreihe: „Dynamische Erde“

Vulkanausbruch
Bild: Eduardo Robaina
Verglichen mit der Dauer eines Menschenlebens erscheint uns die Erde als kaum veränderliche Bühne. Dabei finden unter unseren Füßen und über unseren Köpfen stetige Veränderungsprozesse in allen Sphären statt: der Lithosphäre, der Hydrosphäre, der Atmosphäre und der Biosphäre. Dabei ist die Aktivität der Menschheit selbst teils Motor der Veränderung. In insgesamt vier Vorträgen werden exemplarisch aktuelle Forschungsvorhaben vorgestellt.">

 

Mittwoch, 2. März 2022, 19:30 Uhr
LIVESTREAM: Warum ist die Erde bewohnbar – und wird dies auch so bleiben?
Prof. Dr. Philip Pogge von Strandmann, Institut für Geowissenschaften, Johannes Gutenberg Universität Mainz
Die Erde ist seit etwa 85 % ihrer Existenz von Leben bewohnt. Dies erfordert ein relativ stabiles Klima seit etwa 4 Milliarden Jahren. Dies kann jedoch kein Zufall sein, und es muss Prozesse geben, die das Klima mäßigen und kontrollieren und ein zu extremes warmes oder kaltes Klima verhindern, und die das völlige Aussterben des Lebens abgewendet haben. In diesem Vortrag wird untersucht, wie diese Prozesse ablaufen und ob sie genutzt werden können, um eine künftige Klimaerwärmung zu verhindern.
Forschungsschiff
Bild: Philip Pogge von Strandmann
Mittwoch, 9. März 2022, 19:30 Uhr
LIVESTREAM: 50 Jahre Plattentektonik: Auf dem Weg zu einer Vereinigungstheorie der Geowissenschaften?
Prof. Dr. Ulrich A. Glasmacher, Institut für Geowissenschaften, Universität Heidelberg
Höhen-/Tiefenverteilung im Arktischen Ozean und dem Europäischen Nordmeer
Bild: Li M. et al. 2017 Nature Communication, and Arizona State University Edward Garnero 02-08-2017
„Plattentektonik“ ist ein junges Feld der geowissenschaftlichen Forschung. Was sind die Fragen, die geowissenschaftliche Forschung heute antreibt? Kann die Geowissenschaft eine Vereinigungstheorie der Prozesse auf unserem Planeten Erde entwickeln, die vielleicht sogar Gültigkeit für die Prozesse auf andere Planeten hat? Der Vortrag gibt einen Einblick in die Entwicklung geowissenschaftlicher Forschung in den letzten 500 Jahren. Er mündet in einer detailreichen Erläuterung der heutigen Forschung zur Plattentektonik. Überraschungen, besser veränderte Denkschemata, sind eingeplant. Lassen sie sich mitnehmen auf eine Reise durch die letzten 500 Jahre und entführen in die Tiefen unseres Planeten Erde und deren Auswirkungen auf die Oberfläche der Erde.
Mittwoch, 30. März 2022, 19:30 Uhr
LIVESTREAM: Wenn sich die Naturwissenschaften treffen: Warum der Arktische Ozean einst aus Süßwasser bestand
Dr. Walter Geibert, Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research
Höhen-/Tiefenverteilung im Arktischen Ozean und dem Europäischen Nordmeer
Bild: AWI/M. Künsting
Im letzten Jahr ging die Nachricht durch die Presse, dass der Arktische Ozean in Kaltzeiten zeitweise mit Süßwasser gefüllt war. Wie muss man sich das vorstellen? Wie kam es zu dieser gewagten Behauptung? Wieso erst jetzt? Was bedeutet das für unser Verständnis von Klimawandel und Kipppunkten? Der Erstautor der Studie bietet hier einen Einblick, weshalb sich bei der Zusammenschau von Physik, Geowissenschaften, Chemie und Biologie dieses Extremszenario als die beste Lösung darstellt, scheinbar widersprüchliche Beobachtungen in Einklang zu bringen. Das Beispiel zeigt, wie die faszinierenden Eigenschaften natürlicher radioaktiver Systeme im Ozean als Schlüssel zum Verständnis zeitlicher Abläufe dienen können.
Mittwoch, 6. April 2022, 19:30 Uhr
LIVESTREAM: Klimawandel und dessen Folgen für Biodiversität, Ökosysteme und Gesellschaft
Prof. Dr. Thomas Hickler, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum
Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die biologische Vielfalt, auf Meeresspiegel, Nahrungsmittelproduktion und Waldökosysteme in Deutschland und global? Viele Effekte – wie das Absterben großflächiger Waldbestände – sind jetzt schon zu beobachten. Welche Möglichkeiten von Zukunftsprojektionen mithilfe von Computersimulationen gibt es, was sind ihre Grenzen? Die Anpassung an den Klimawandel wird für unsere Gesellschaft eine große Herausforderung. Bei der Suche nach Lösungen ist es wichtig, sektorenübergreifend zu denken. Dazu müssen sowohl Synergien als auch Zielkonflikte zwischen Klimaanpassung, Biodiversitätsschutz und Ernährungssicherheit genauestens untersucht werden.
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Bild: Pieter Tans, http://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/

 

 

Sonntag, 15. Mai 2022, 14:00 Uhr (AUSVERKAUFT)
Schwarze Löcher – so was Irres!
Prof. Dr. Harald Lesch, LMU München
Dass es alleine in unserer Milchstraße viele Hunderttausend Schwarze Löcher als Sternleichen gibt, kann ja schon verunsichern. Diese Objekte vernichten alle Eigenschaften von Materie. Sie kennen nur noch Masse, Drehimpuls und Ladung.
Was ist das für ein Universum, das für seine Stabilität solche merkwürdigen Dinger braucht?
Grundlegendes und Aktuelles über diesen Rand der erkennbaren Wirklichkeit – davon wird die Rede sein.

Harald Lesch, Professor für Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Dozent für Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie München, ist seit 2011 Ehrenmitglied des Physikalischen Vereins.
Harald Lesch
Ort: Hörsaalzentrum Audimax Univ.-Campus Westend, Frankfurt am Main

Parkmöglichkeit: Die TIEFGARAGE auf dem Campus Westend hat ab 12:15 Uhr für unsere Besucher geöffnet (5 Euro). Zufahrt über die Max-Horkheimer-Straße. (Lageplan hier)

Ticketvorverkauf:
Jeweils vor der Veranstaltung "Astronomie am Freitag": freitags, 19:30 - 20:00 Uhr, Physikalischer Verein - Hörsaal, Robert-Mayer-Straße 2, Frankfurt (Lageplan: hier)

Eintrittspreise
Erwachsene
Schüler/Studenten
Mitglieder
10,00 Euro
7,00 Euro
5,00 Euro
 
Übrigens: Die Eintrittskarte gilt auch als GUTSCHEIN für eine Veranstaltung aus unserer Reihe „Astronomie am Freitag“

 

Themenreihe: „Ströme und Strömungen“

False Color Image
Bild: unbekannt
Wie entstehen Luftströmungen? Wie lässt sich der nächtliche Vogelzug erfassen? Auf welche Weise breiteten sich in prähistorischer Zeit Menschen und Kulturtechniken aus? Ströme und Strömungen treten in vielen unterschiedlichen Disziplinen auf. Mit welchen experimentellen Methoden und mathematischen Modellierungen lassen sich diese Phänomene untersuchen? In insgesamt vier Vorträgen werden exemplarisch aktuelle Forschungsvorhaben vorgestellt.

 

Mittwoch, 1. Juni 2022, 19:30 Uhr
LIVESTREAM: Der ‚unsichtbare‘ Vogelzug
Dr. Ommo Hüppop, Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“
Vogelflug
Bild: Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“
Tag und Nacht sind weltweit Vögel auf der Wanderung zwischen ihren Brut-, Zwischenrast- und Überwinterungsgebieten „auf den Flügeln“. Allein auf den Zugrouten zwischen Eurasien und Afrika wird ihre Zahl auf 2,1 Milliarden geschätzt. Während aber beispielsweise Kraniche und Gänse oft in spektakulären Mengen auffällig am Tage ziehen, spielt sich der Großteil des Vogelzuges für unsere Sinne verborgen in der Dunkelheit oder in großen Höhen ab. Zwei Drittel unserer Vogelarten ziehen überwiegend oder ausschließlich nachts. Telemetrie, verschiedenste Radargeräte, Wärmebildkameras und akustische Erfassungen erlauben es aber, auch ihren spannenden Wanderungen und den auf sie lauernden anthropogenen Gefahren auf die Spur zu kommen.

 

 

Mittwoch, 15. Juni 2022, 19:30 Uhr
LIVESTREAM: Was die Analyse alter Genome zum Verständnis der Vorgeschichte Europas beiträgt
Dr. Wolfgang Haak, Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology
Alte Genome
Bild: unbekannt
Bahnbrechende Fortschritte in der Genomsequenzierung, deren Datenverarbeitung, sowie der Extraktion von alter DNA aus archäologischen Funden haben das Feld der Archäogenetik in den letzten Jahren in den Vordergrund der Vorgeschichtsforschung gerückt. Erstmals ist es möglich Genome von Menschen und anderen Organismen zu rekonstruktieren, die vor mehreren hundert oder tausend Jahren gelebt haben. Die vergleichende Auswertung im Verbund mit archäologischen Kontextinformation erlaubt Einblicke in Migrationsbewegungen, Anpassungsleistungen, Krankheiten und Formen sozialer Organisation vorgeschichtlicher Gesellschaften.

 

Mittwoch, 22. Juni 2022, 19:30 Uhr
LIVESTREAM: Strömungssimulationen von Windparks
Dr. Gerald Steinfeld, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Strömungssimulation
Bild: Gerald Steinfeld
Eine Windenergieanlage entzieht der atmosphärischen Strömung Energie und wandelt sie in elektrische Energie um. Hinter einer Windenergieanlage bildet sich jedoch ein Nachlauf aus: die Windgeschwindigkeit ist dort geringer als in der Anströmung, während die Turbulenz sehr viel intensiver ist. In Windparks kann es so zu gegenseitigen Störungen der Anlagen kommen. Deshalb wird für die Planung und den Betrieb von effizienten Windparks eine möglichst genaue Kenntnis der zu erwartenden Nachlaufströmungen benötigt. Wie hängen die Eigenschaften des Turbinennachlaufs von den atmosphärischen Bedingungen ab? Wie überlagern sich die Nachläufe mehrerer Windkraftanlagen? Im Vortrag werden Ergebnisse von turbulenzauflösenden Grobstruktursimulationen vorgestellt.