Preisverleihungen des Physikalischen Vereins

 

 

 

Der Physikalische Verein fördert

- die naturwissenschaftliche Forschung und physikdidaktische Ausbildung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität
- die Amateurforschung auf den Gebieten Umweltschutz und Astronomie - insbesondere an Schulen

durch die jährliche Vergabe von vier Förderpreisen.

Isis
 

 

Programm 2019 (wird fortlaufend ergänzt)

 

 

Donnerstag, 24. Januar 2019, 19:30 Uhr
Verleihung von Förderpreisen des Physikalischen Vereins an junge Wissenschaftler
Öffentliche Festveranstaltung
Gemeinsame Veranstaltung mit dem Fachbereich Physik der Goethe-Universität

 

Der Eugen-Hartmann-Didaktikpreis wird für hervorragende Staatsexamensarbeiten aus dem Fachbereich Physik der Goethe-Universität verliehen, die die Lehre in den verschiedenen Schularten verbessern. Der Preis erinnert an Eugen Hartmann, den Gründer der Elektrotechnischen Lehranstalt des Physikalischen Vereins im Jahre 1889.

Preisträger

Alessandro Pupillo
Verstehenselemente als Merkmal fachdidaktischer Unterrichtsqualität


Ausgehend von der Diskussion um die Erweiterung der drei Basisdimensionen um eine fachspezifischere Komponente stellt sich die Frage, wie die fachliche Qualität von Physikunterricht zutreffender als mit bisherigen (Rating-)Verfahren erhoben werden kann. Hierfür wurde das von Drollinger-Vetter (2011) beschriebene Konzept der Verstehenselemente (zentrale Teilelemente eines fachlichen Konzepts) hinsichtlich Übertragbarkeit und Tragfähigkeit für das Fach Physik exemplarisch am Thema Luftdruck untersucht.

 

Der Philipp Siedler-Wissenschaftspreis wird verliehen für Studienabschlussarbeiten aus allen physikalischen Disziplinen der Goethe-Universität. Der Preis würdigt das Ehrenmitglied und den Vorsitzenden Philipp Siedler, der sich in der Nachkriegszeit für den Wiederaufbau des Vereins einsetzte.

Preisträger

Sebastian Kölsch
Präparation und Charakterisierung epitaktischer MnSi-Dünnschichten


Silizium-basierte Legierungen mit magnetischen 3d-Übergangsmetallen wie bspw. das Mangan-Monosilizid (MnSi) bieten als Dünnschicht großes Potenzial für Anwendungen in der Informationstechnologie. Im Rahmen dieser Masterarbeit wurde das Wachstum auf alternativen Trägermaterialien optimiert, wobei u.a. der Kristallinitätsgrad gezielt manipuliert wurde, um anschließend den Einfluss auf das Temperatur- Magnetfeld-Phasendiagramm u.a. über elektrische Transportmessungen untersuchen zu können.



Sina Roth
Synthese und Charakterisierung von Nanoheterostrukturen und deren Komplexen mit redoxaktiven organischen Verbindungen


Gegenstand dieser Arbeit sind kolloidale Halbleiter-Quantenpunkte (QP), welche aufgrund der Variabilität ihrer optischen Eigenschaften für ein breites Anwendungsspektrum von großem Interesse sind. Es wurden verschiedene Kern/Schale-QP mittels der Heißinjektionsmethode synthetisiert, Komplexe aus QP und organischem Akzeptormolekül präpariert und anhand statischer und fs-zeitaufgelöster Experimente spektroskopisch charakterisiert. Die Resultate tragen zu einem besseren Verständnis der photoinduzierten Prozesse in diesen Hybridsystemen bei.



Daniel Trabert
Drehimpulsaufgelöste Messung der Spinpolarisation von Elektronen in starken Feldern


Befindet sich ein Atom im elektromagnetischen Feld eines Femtosekundenlasers, kann es zur Starkfeldionisation kommen: das Atom verliert ein oder mehrere Elektronen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde die Spinpolarisation von Elektronen aus der Ionisation von Xenon in Abhängigkeit von der kinetischen Energie gemessen. Hierdurch war es erstmals möglich, eine Drehimpulsabhängigkeit der Spinpolarisation in starken Feldern nachzuweisen.

 

Als Abschluss der Veranstaltung: Geselliges Beisammensein im Foyer mit Imbiss

 

 

19. Juni 2019, 19:00 Uhr
Verleihung von Förderpreisen des Physikalischen Vereins an junge Forscherinnen und Forscher - Öffentliche Festveranstaltung
Der Christian-Ernst-Neeff Umweltpreis soll an den Gründer des Physikalischen Vereins, Dr. med. Christian Ernst Neeff, erinnern und für Arbeiten mit stark interdisziplinärem Charakter über Umweltschutz und Umwelttechnik sowie technische Entwicklungen mit besonderem gesellschaftlichen Bezug vergeben werden. Er richtet sich an Amateurforscherinnen und -forscher insbesondere an Schulen.

Preisträger

Janette Koch und Julia Egger
NO2 2 no NO2 - Eine Katalyse voller Chancen?

Zu hohe NO2-Emissionswerte, überforderte Großstädte, Diesel-Fahrverbote: Immer wieder wird in den Medien über die Problematik der Luftverschmutzung diskutiert. Deswegen möchten wir nun selbst aktiv werden! Hierfür überprüfen wir zunächst einen Aufbau, der giftiges Stickstoffdioxid (NO2) aus der Umgebungsluft photokatalytisch in weniger schädliches Nitrat (NO3-) umwandeln soll, möchten diesen optimieren und darauf auslegen, ihn an luftbelasteten Stellen als eine recht kostengünstige Variante zur Verbesserung der Luft einsetzen zu können. Damit wir die Katalyseeffizienz nicht durch aufwändige Nitrattests nachweisen müssen, sollen geeignete Gassensoren zum Einsatz kommen: Um die sich ändernden NO2-Konzentrationen überwachen zu können, soll ein verhältnismäßig kostengünstiger und geeichter elektrochemischer Sensor eingesetzt und die im vorherigen Jahr von uns untersuchten NO2-Metalloxidsensoren weiter evaluiert werden. (12. Klasse, Lichtenberg-Gymnasium, Darmstadt; Betreuerin: Dr. Angela Haag-Kerwer)



David Mittag und Paul Czaja
„Erlenbach Check“ - Untersuchung über den Einfluss des Menschen auf ein Gewässerökosystem

Die beiden Preisträger erforschen seit Anfang 2017 die von der EU Wasserrahmenrichtlinie geforderte Gewässergüte des Erlenbach. Für die chemisch-physikalischen und biologischen Bestimmungen wurden vier Messstellen etabliert, zunächst an einem renaturierten und einem nicht renaturierten Bereich des Erlenbachs, später an einem naturnahen Abschnitt vor einem Klärwerk sowie an einem Bereich nach diesem Klärwerk. Die Messungen belegen, dass die Abwässer des 3-stufigen Klärwerks den Bach belasten und dass der aufwändige Rückbau an einigen Bachabschnitten zu einem naturnahen Verlauf allein nicht ausreicht, um durch Selbstreinigung die von der EU geforderte gute Wasserqualität zu gewährleisten. Allerdings kann gezeigt werden, dass sich Renaturierung positiv auf die Gewässergüte und Artenvielfalt auswirkt.
(10. Klasse, Georg-Büchner-Gymnasium Bad Vilbel; Betreuer: Marc Graham und Johanna Tschammer)

 

Der Preis soll an Dr. med. Samuel Thomas von Soemmerring, Gründungsmitglied des Physikalischen Vereins und Sonnenfleckenforscher, erinnern und für astronomische Arbeiten vergeben werden. Er richtet sich an Amateurforscherinnen und -forscher insbesondere an Schulen. Der Preis kann auch an Arbeitsgruppen vergeben werden.

Preisträger

Fynn Heil und Constantin Lex
Wie kann man die Länge des Sonnentages und des Sterntages bestimmen?

Mit Hilfe unseres Schulteleskopes wollten wir die Länge eines Sonnentages und die Länge eines Sterntages bestimmen. Dabei beobachteten wir die Sonnenbewegung durch Projektion der Sonne auf einen Papierbogen. Hierbei wurde an zwei aufeinander folgenden Tagen die Uhrzeit ermittelt, bei welcher die Sonne die gleiche Beobachtungsstelle erreicht. Mit dem gleichen Verfahren haben wir eine Sternbeobachtung durchgeführt. Das Besondere daran: Die Sternbeobachtung führten wir mit einer Webcam am Teleskop bei Tageslicht durch.
(6. Klasse, Kopernikusschule Freigericht; Betreuer: Michael Pieke)



Lena Faber und Anne Jöckel
Wie viele Sterne kann man am Nachthimmel mit bloßem Auge und leichten Hilfsmitteln zählen?

Mit Hilfe einer Klopapierrolle sollte versucht werden, die Gesamtzahl der Sterne, die man mit bloßem Auge am Sternhimmel sehen kann, abzuschätzen. Dabei wurde die Sternanzahl ermittelt, die man beim Blick durch eine Klopapierrolle sehen kann. Aus dieser Zählung haben wir dann die Gesamtzahl der am Himmel sichtbaren Sterne hochgerechnet. Weiter hin wurden Sternbilder fotografiert, um zu sehen wievielmal mehr Sterne man auf den Fotos erkennen kann. Auch hier wurde aus dem einzelnen Foto auf die gesamte sichtbare Sternzahl hochgerechnet.
(8. Klasse, Kopernikusschule Freigericht; Betreuer: Michael Pieke)



Erwin Schwab
Bestimmung der Rotationsperiode des gefährlichen Kleinplaneten 2018 AM12

In Zusammenarbeit mit der European Space Agency (ESA) hatte der Preisträger die Möglichkeit an einem professionellen Teleskop ferngesteuert zu beobachten. Bei dieser Gelegenheit ist die Bestimmung der Rotationsperiode des gefährlichen Kleinplaneten 2018 AM12 gelungen. Eine sehr kurze Rotationsperiode von nur 12,6 Minuten wurde ermittelt, womit das Objekt zu den ungewöhnlich schnell rotierenden Kleinplaneten gehört. Durch Abschätzung der Größe wurde zudem deutlich, dass sich 2018 AM12 jenseits der sogenannten Spin-Barriere befindet. Bis auf sehr wenige Ausnahmen haben Kleinplaneten, die größer als ~200 Meter sind, Rotationsperioden länger als ~2 Stunden. Somit lässt sich schlussfolgern, dass dieser Kleinplanet eine feste monolithische Struktur haben muss, sonst wäre er längst durch die Fliehkräfte zerrissen worden.

 

 

Als Abschluss der Veranstaltung: Geselliges Beisammensein mit Imbiss sowie Präsentation der Arbeiten.

 

Ort: Physikalischer Verein, Robert-Mayer-Straße 2, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

 

Hinweis: Mit der Teilnahme an einer dieser Veranstaltungen wird dem Physikalischen Verein die Erlaubnis erteilt, während der Veranstaltung Foto- und Filmaufnahmen zu machen und diese Aufnahmen für seine Öffentlichkeitsarbeit und seine Dokumentation, analog und digital, zu verwenden. Mit dem Besuch der Veranstaltung ist Ihr Einverständnis gegeben.