NaturWissenschaft und Technik 2019

 

 

 

In dieser Veranstaltungsreihe werden aktuelle Themen und Forschungsprojekte aus den physikalischen Wissenschaften allgemeinverständlich präsentiert. Namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen ihre Ergebnisse vor. Die Bandbreite der Themen geht dabei auch in andere naturwissenschaftliche sowie naturphilosophische Bereiche hinein.

 

Programm 2019 (wird fortlaufend ergänzt)

 

Vortragsprogramm
Januar - April 2019
06. Februar Der Waldbrandsommer 2018 in Deutschland und Europa Dr. Alexander Held
07. Februar Batterien und Brennstoffzellen - Elektrochemie für die Energiewende Sonderkolloqium
20. Februar Die Feuergeschichte Zentraleuropas – Waldmanagement und Klimawandel Dr. Elisabeth Dietze
06. März Wie Vegetationsfeuer Ökosysteme und das Klima beeinflussen Dr. Gitta Lasslop
27. März „Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden auf Erden!“ – Chemiehistorische Einblicke in die wohl wichtigste Kulturtechnik des Menschen Prof. Dr. Armin Lühken
10. April Brandschutz im Umbruch – Wie brennt es morgen? Prof. Dr. Ing. Jochen Zehfuß

 

 

Themenbeschreibung

 

Donnerstag, 7. Februar 2019, 14 - 18 Uhr
„Batterien und Brennstoffzellen – Elektrochemie für die Energiewende“
28. Frankfurter Sonderkolloquium der Reihe Technik und Gesellschaft im Dialog.

 

Gemeinsame Veranstaltung von DECHEMA, Physikalischer Verein, GDCh, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, DVS, VDI, DBG

Veranstaltung im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2018/2019.

 

 

Themenreihe: „Feuer und Flamme – Waldbrände, Klimawandel und Brandschutz“

Feuer
Bild: Fir0002/Flagstaffotos
Die Beherrschung des Feuers gehört zu den höchsten kulturellen Leistungen des Menschen und sie war ein entscheidender Wendepunkt in dessen Evolution. Mit welchen Techniken lässt sich Feuer entfachen? Mit welchen Maßnahmen lässt sich ein Brand verhindern oder kontrollieren? Doch inwieweit beherrschen wir das Feuer tatsächlich? In den letzten Jahren verursachen weltweit häufiger werdende großflächige Waldbrände enorme Schäden und bringen Menschen in Gefahr. Die Klimaveränderungen beeinflussen das Auftreten und den Verlauf von Vegetationsfeuern, diese haben – und hatten schon in der Vergangenheit – umgekehrt Einfluss auf die Klimaentwicklung. In fünf Vorträgen werden aktuelle Forschungsvorhaben zum Thema „Feuer und Flamme“ vorgestellt.

 

Mittwoch, 6. Februar 2019, 19:30 Uhr
Der Waldbrandsommer 2018 in Deutschland und Europa
Dr. Alexander Held, Waldbau-, Feuer- und Wild-Management, European Forest Institute, Bonn
Der Sommer 2018 war ein ausgesprochener Feuer-Sommer für unsere Wälder in Deutschland und Zentraleuropa. Eine ungewohnt hohe Zahl von Vegetationsbränden zwingt zur Diskussion der Ursachen und regt zum Nachdenken an, was künftig getan werden muss. Erste naheliegende Reaktionen befassen sich mit der Frage, wie Einsatzkräfte noch besser und effizienter vorgehen können. Dieser reaktive Ansatz bekämpft aber nur die Symptome, nicht die Ursachen. Selbstverständlich brauchen wir Feuerwehren, die bestmöglich ausgebildet und ausgerüstet sind. Der Blick über unsere Ländergrenzen hinweg bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Nachbesserung. Die European Forest Risk Facility und das weitere Netzwerk sind seit langem in diesem Bereich des länderübergreifenden “Exchange of Experts” tätig. Allerdings nicht nur auf reaktiver Seite, sondern auch und vor allem in den Bereichen Prävention und Erhöhung der Resilienz: Waldumbau für den klimastabilen Wald.
Waldbrand Fichtenwalde
Bild: Alexander Held

 

Ort: Physikalischer Verein - Hörsaal, Robert-Mayer-Straße 2, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

 

Mittwoch, 20. Februar 2019, 19:30 Uhr
Die Feuergeschichte Zentraleuropas – Waldmanagement und Klimawandel
Dr. Elisabeth Dietze, Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Potsdam
Lake Sediment
Bild: Elisabeth Dietze
Waldbrände stellen jedes Jahr weltweit Mensch und Natur vor große Herausforderungen. Doch wie erklären wir die immer häufiger werdenden Feuer der letzten Jahr(zehnt)e? Und seit wann und wie beeinflusst der Mensch natürliche Waldbrände? Dazu wurden im Rahmen einer internationalen Studie Sedimentbohrkerne aus Seen und Mooren auf Überreste von Holzkohle hin untersucht. Aus der Anzahl der Holzkohleteilchen in den Bohrkernen kann dann die großflächige Feueraktivität der vergangenen 10.000 Jahre rekonstruiert werden. Zusammen mit archäologischen Befunden zur menschlichen Landnutzung geben die Daten Aufschluss darüber, wie das frühe Auftreten von menschlich induzierten Feuern die Entwicklung der zentraleuropäischen Landschaft beeinflusst hat. Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für die zukünftige Landschaftsplanung unter veränderten Klimabedingungen ziehen?

 

Ort: Physikalischer Verein - Hörsaal, Robert-Mayer-Straße 2, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

 

Mittwoch, 6. März 2019, 19:30 Uhr
Wie Vegetationsfeuer Ökosysteme und das Klima beeinflussen
Dr. Gitta Lasslop, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt a.M.
Feuer können regional sehr unterschiedliche Effekte auf Vegetation und Klima haben. Global gesehen ist der Haupteinfluss von Feuer auf die Vegetation eine Reduktion von Waldflächen. Feuer beeinflussen aber auch die Kohlenstoffspeicher in der Vegetation und in Böden und wirken sich durch die Emissionen von Treibhausgasen, und Aerosolen auf die Zusammensetzung der Atmosphäre aus. Feuer wurden daher auch als Prozess in Erdsystemmodellen implementiert, welche zur Projektion des zukünftigen Klimas genutzt werden. Der prognostizierte Klimawandel mit wärmeren und häufigeren Extremwetterereignissen lässt eine häufigere und stärkere Feueraktivität erwarten. Diese lässt sich regional beobachten. Global dokumentieren Satellitendaten jedoch eine Abnahme der weltweiten verbrannten Fläche über die letzten Jahrzehnte aufgrund der zunehmenden menschlichen Eingriffe in die Natur.

Ort: Physikalischer Verein - Hörsaal, Robert-Mayer-Straße 2, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.
Waldbrand
Bild: Tara Massad

 

Mittwoch, 27. März 2019, 19:30 Uhr
„Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden auf Erden!“ – Chemiehistorische Einblicke in die wohl wichtigste Kulturtechnik des Menschen
Prof. Dr. Armin Lühken, Geschäftsführender Direktor, Institut für Didaktik der Chemie, Goethe-Universität Frankfurt
Die Kunstfertigkeit, Feuer zu entfachen gehört zu den ersten Leistungen der frühen Menschheit. Dabei bezeichnet Feuer das chemische Phänomen der Verbrennung von Stoffen unter Bildung von Flammen mit Licht und Wärme. Vom Feuerstein und Zunder, über das Streichholz bis zum modernen Lichtbogen-Feuerzeug werden bekannte und verblüffende Techniken zur Erzeugung von Flammen vorgestellt und in einfacher Weise die jeweils zu Grunde liegende Chemie erklärt. An Beispielen wie der Vier-Elemente-Lehre der Antike oder der Phlogistontheorie des 18. Jahrhunderts zeigt sich die fundamentale Bedeutung des Feuers für die Mythologie, Philosophie und Naturwissenschaft und dabei auch die Irrungen und Wirrungen auf dem langen Weg das Feuer nicht nur zu nutzen, sondern auch zu verstehen.

Ort: Physikalischer Verein - Hörsaal, Robert-Mayer-Straße 2, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.
Freiheitsstatue
Bild: Nakahodo choji

 

Mittwoch, 10. April 2019, 19:30 Uhr
Brandschutz im Umbruch – Wie brennt es morgen?
Prof. Dr. Ing. Jochen Zehfuß, Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz, Technische Universität Braunschweig
Brand
Bild: Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz, TU Braunschweig
Das Feuer haben sich die Menschen schon seit Urzeiten nutzbar gemacht. Ein außer Kontrolle geratenes Feuer – ein Brand – kann jedoch verheerende Schäden anrichten, bei denen Gebäude vollständig abbrennen und Personen zu Schaden kommen können. Das wesentliche Prinzip des baulichen Brandschutzes ist die Vorbeugung der Ausbreitung von Feuer und Rauch, klassischer Weise durch Beschränkung von brennbaren Baustoffen und durch Anforderungen an den Feuerwiderstand von Bauteilen. Das Bauwesen steht jedoch infolge von Mega-Trends wie Energiewende, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und dem demografischen Wandel vor einem Umbruch. Brandlasten ändern sich, es werden verstärkt Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, Leicht-Bausysteme und Bauteile aus hochfesten Baustoffen eingesetzt. Die Erforschung der Branddynamik von Gebäudebränden sowie die Entwicklung brandsicherer Produkte und Konstruktionen auf Grundlage leistungsfähiger Prognosemodelle ist eine wesentliche Herausforderung im Brandschutzingenieurwesen.

 

Ort: Physikalischer Verein - Hörsaal, Robert-Mayer-Straße 2, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.