Totale Mondfinsternis über Frankfurt – ein Himmelsereignis mit Herausforderungen

Am Sonntag dürfen wir uns auf ein faszinierendes Schauspiel am Himmel freuen: eine totale Mondfinsternis. Doch gleich vorweg: Für Beobachterinnen und Beobachter in Frankfurt wird die Sicht nicht einfach.

Am Sonntag dürfen wir uns auf ein faszinierendes Schauspiel am Himmel freuen: eine totale Mondfinsternis. Dabei taucht der Mond tief in den Schatten der Erde ein und erscheint in einem geheimnisvollen Rotton – oft als „Blutmond“ bezeichnet.

Doch gleich vorweg: Für Beobachterinnen und Beobachter in Frankfurt wird die Sicht nicht einfach. Die Finsternis ist bereits im Gange, wenn der Mond aufgeht. Dazu kommt die noch helle Abenddämmerung, die das Erkennen des verfinsterten Mondes erschwert. Mit etwas Geduld und einer sorgfältigen Wahl des Beobachtungsortes lohnt sich der Versuch aber auf jeden Fall. Der Physikalische Verein bietet keine öffentliche Beobachtung der Mondfinsternis an.

Wann ist was zu sehen?

Für Frankfurt und andere Beobachtungsorte gelten die folgenden Zeiten:

  • 19:31 Uhr – Beginn der Totalität. Der Mond steht noch unter dem Horizont, ist also unsichtbar.
  • 19:57 Uhr – Mondaufgang am Ost-Südost-Horizont. Der Mond ist jetzt theoretisch sichtbar, aber nur knapp über dem Horizont und sehr schwach.
  • 20:13 Uhr – Mitte der Finsternis. Der Mond ragt nur etwa zwei Grad über den Horizont.
  • 20:53 Uhr – Ende der Totalität. Der Mond steht höher, das Rot weicht langsam seinem üblichen Glanz. Ab jetzt wird die Beobachtung deutlich leichter.
  • 21:56 Uhr – Austritt aus dem Kernschatten. Der Mond leuchtet wieder in voller Helligkeit.

Tipps für die Beobachtung

  • Standortwahl ist entscheidend: Am besten eignet sich ein erhöhter Ort mit absolut freiem Blick zum Ost- bis Südosthorizont. Innerhalb Frankfurts bieten sich dafür nur wenige Plätze an. Wer mobil ist, sollte ins Umland fahren, z. B. auf eine Anhöhe.
  • Nullhorizont anpeilen: Das bedeutet: kein Haus, kein Baum, kein Strommast und nicht einmal ein Busch sollte zwischen Ihnen und dem Horizont stehen. Schon ein kleines Hindernis kann den Mond verdecken.
  • Fernglas mitnehmen: Besonders in den ersten Minuten nach Mondaufgang ist es hilfreich, um den rötlich verdunkelten Mond im hellen Himmel zu erkennen.
  • Früh da sein: Planen Sie genügend Zeit ein, um in Ruhe einen guten Beobachtungsplatz einzunehmen. Gerade in der Stadt sind viele potenzielle Plätze schnell von Gebäuden verstellt.

Warum wird der Mond rot?

Während einer Mondfinsternis befindet sich der Mond im (Kern-)Schatten der Erde. Eigentlich sollte er dadurch komplett schwarz erscheinen. Aber: Die Erdatmosphäre lenkt einen kleinen Teil des Sonnenlichts in den Schatten hinein. Dieses Licht ist rötlich gefärbt, weil die Atmosphäre die blauen Anteile stärker streut – derselbe Effekt, der auch den Sonnenuntergang rot erscheinen lässt. So kommt es, dass wir den Mond während der Totalität als rötlich schimmernden „Blutmond“ sehen.

Mondfinsternis und Sonnenfinsternis – was ist der Unterschied?

  • Bei einer Mondfinsternis tritt der Mond in den Erdschatten. Sie ist von der gesamten Nachtseite der Erde aus sichtbar – also für etwa die halbe Weltbevölkerung gleichzeitig.
  • Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond vor die Sonne und wirft seinen Schatten auf die Erde. Der Bereich, in dem die Sonne vollständig bedeckt ist, ist jedoch sehr klein. Deshalb ist eine totale Sonnenfinsternis nur an wenigen Orten der Erde sichtbar.

Mondfinsternisse sind also seltener spektakulär, dafür aber sehr viel häufiger für viele Menschen sichtbar.