Aus der Astropraxis: Farbfotos von Jupiter

Der März stand für Vereinsmitglied Georg Piehler im Zeichen des Jupiters. Wie kann der Planet in Farbe abgelichtet werden?

Im März hatte Vereinsmitglied und Leiter der Arbeitsgruppe Spektroskopie Dr. Georg Piehler den Planeten Jupiter im Fokus. Aus der Astropraxis berichtet er über verschiedene Möglichkeiten Jupiter in Farbe abzulichten.

Am 3. März gelang Georg Piehler diese Aufnahme des Gasriesen.

Auf der Planetenscheibe kann der Schatten des Mond Io entdeckt werden. Der Mond Io ist in blau rechts zu sehen… Noch weiter rechts am Rand des Bildes kann der Mond Europa ausgemacht werden. Der 143.000 km durchmessende Planet ist derzeit ca. 692.000.000 Kilometer von uns entfernt. Im März ist Jupiter ein schönes Objekt für den Abendhimmel, da er bereits kurz nach Sonnenuntergang im Süden zu beobachten ist. Für die Beobachtung des Jupiters werden Teleskope ab 10cm Öffnung empfohlen. Für die Beobachtung der vier größten Monde des Jupiters kann bereits ein Feldstecher ausreichen, allerdings sieht man sie hier nur als kleine Lichtpünktchen.

Warum erscheint Io auf dem Bild blau?

Für die Aufnahmen wurde ein Schwarz-weiß-Kamera mit verschiedenen Farbfiltern benutzt. Je 3.000 Aufnahmen in vier Filtern (Luminance & Infrarot, Rot, Grün und Blau) werden im Computer nachträglich zu einem Farbbild kombiniert. Die Belichtungszeit der einzelnen Aufnahme liegt bei 7 Millisekunden. Das bedeutet, dass zwischen der ersten Aufnahme im Luminance und der letzten Aufnahme in Rot 7 Minuten vergangen sind. 

Bei genauer Betrachtung fallen hier zwei Dinge auf: Der Mond Io erscheint „blau“. Das ist der nicht optimalen Farbbalance geschuldet, die den Blaufilter überbetont. Interessant ist aber auch, dass bei genauerer Betrachtung des Schattens des Mondes Io für die verschiedenen Filter einzelne Schattenflecke zu erkennen sind. Da die Farbkanäle zeitversetzt aufgenommen wurden, bilden die farbigen Schattenflecke die schnelle Eigenbewegung von Io präzise ab und machen so die Dynamik im Jupitersystem innerhalb weniger Minuten direkt sichtbar.

Für die Fotografie hat Georg Piehler den Friesenheimer Lichteimer genutzt, ein Newton-Teleskop mit 510mm Öffnung und 2 Meter Brennweite. Als Kamera wurde eine Touptek MP 2600 verwendet.

Eine zweite Aufnahme gelang am 5. März. 

Dabei wurde eine Farbkamera eingesetzt, das erspart das getrennte Aufnehmen in einzelnen Farbfiltern.  Ebenso wie bei den Aufnahmen in den einzelnen Farbkanälen wurden hier 3000 Einzelaufnahmen mit je 10 Millisekunden Belichtungszeit kombiniert. Rechts sind die Monde Io und Ganymed zu sehen. Der Mond links ist Europa. Der berühmte Große Rote Fleck war an diesem Abend zum Zeitpunkt der Aufnahme gegen 20:35 Uhr nicht zu sehen, weil er sich auf der Rückseite befand. Da Jupiter sich relativ schnell um seine Achse bewegt, wäre er gegen 02:00 MEZ auf der linken Seite zu sehen gewesen.