"Aus Naturwissenschaft und Technik"

In dieser Veranstaltungsreihe werden aktuelle Themen und Forschungsprojekte aus den physikalischen Wissenschaften allgemeinverständlich präsentiert. Namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen ihre Ergebnisse vor. Die Bandbreite der Themen geht dabei in andere naturwissenschaftliche und auch naturphilosophische Bereiche hinein.

Programm Wintersemester 2008/2009
Mittwoch, 29. Oktober 2008, 19:30 Uhr
    Öffentliche Festveranstaltung anlässlich des Beginns des 185sten Vereinsjahres:

    Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Physikalischen Vereins an

      Herrn Prof. Dr. Dr. E.h. Gerhard Ertl
      Herrn Prof. Dr. Horst Schmidt-Böcking

    Karl Schwarzschild-Vortrag: "Die kosmische Geschichte der Schwarzen Löcher"
    Prof. Dr. Günther Hasinger, Max Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching

    Schwarze Löcher entstehen in energetischen Gamma-strahlenausbrüchen und sind wahrscheinlich die Saatkerne der massereichen Objekte in den Zentren fast al­ler Galaxien, auch in unserer Milchstraße. Die Relation zwischen der Masse der Schwarzen Löcher und ihrer Muttergalaxie deutet auf eine gemeinsame Entwicklung hin. Der Röntgenhimmel ist dominiert von einer diffusen Hintergrundstrahlung, die in den letzten Jahren fast vollständig in diskrete Objekte aufgelöst werden konnte – wir sehen dabei die Wachstumsphase der massereichen Schwarzen Löcher über die gesamte Geschichte des Kosmos. Eine große Rolle spielen Verschmelzungspro­zesse von Galaxien und ihrer Schwarzen Löcher. Computersimulationen zeigen, dass bei der Kollision Schwarzer Löcher enorme Energiemengen frei werden, die Raum und Zeit in Schwingungen versetzen. Der Vortrag geht auf neueste Vorstellungen über die Entstehung Schwarzer Löcher und deren Rolle im Universum ein.

    Mit dem Karl-Schwarzschild-Vortrag erinnert der Physikalische Verein an Prof. Dr. Karl Schwarzschild (geboren 9.10.1873 in Frankfurt am Main, verstorben 11.5.1916 in Potsdam), bedeutender Physiker und Astronom und einer der Begründer der modernen Astrophysik. Karl Schwarzschild war Ehrenmitglied des Physikalischen Vereins.

    Ort: Physikalischer Verein, Robert-Mayer-Str. 2-4, Frankfurt am Main, Kleiner Hörsaal
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Mittwoch, 12. November 2008, 19:30 Uhr
    Öffentliche Festveranstaltung: Verleihung des Eugen Hartmann-Preises für Physikdidaktik an

      Christine Glitsch
      "Die Leuchtstofflampe im Sachunterricht der Grundschule"

        Die Physik der alltäglichen Leuchtstofflampen hat folgende Aspekte: Vakuum, Elektrostatik, Leuchtstoffe, Gasentladung. Diese Themen können bereits im Grundschulunterricht angesprochen und durch geeignete Experimente verdeutlicht werden. Die Arbeit zeigt, was man zum Bau einer Leuchtstofflampe braucht: Glasröhre, Alufolie, Gummistopfen, Vakuumpumpe und eine Hochspannungsquelle. Die Selbstbaulampe ermöglicht das Verständnis eines eher „undurchsichtigen“ Alltagsgegenstandes.

      Anna Lena Heinrich
      "Der Mikrowellenherd als Thema für den Sachunterricht "

        Die Arbeit befasst sich mit der Physik des Mikrowellenherds. Durch geeignete Versuche soll schon bei Grundschulkindern das Interesse für dieses Thema geweckt werden, sodass sie dann das Prinzip der Erwärmung erkennen können.

      Stefan Walter
      "Die E-Gitarre als Thema für den Physikunterricht "

        Die E-Gitarre ist Ausgangspunkt für die Entdeckung physikalischer Phänomene. Mit einem selbstgebauten Monochord und verschiedenen Messinstrumenten (Stroboskop, Stimmgerät, Software) werden die Gesetzmäßigkeiten der Akustik erforscht. Ein Tonabnehmer wird analysiert und mit Hilfe eines Stabmagneten und einer Spule nachgebaut. Die verschiedenen Versuche mit der Spule, dem Magnet und der schwingenden magnetisierten Stahlsaite führen zu den Gesetzmäßigkeiten der Induktion und des Elektromagnetismus.

    Die Preisträger stellen ihre Arbeiten vor.
    Anschließend: Geselliges Beisammensein mit kleinem Imbiss im Foyer

    Ort: Physikalischer Verein, Robert-Mayer-Str. 2-4, Frankfurt am Main, Kleiner Hörsaal
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Mittwoch, 19. November 2008, 19:30 Uhr
    Das Umweltarchiv Eis
    Prof. Dr. Heinrich Miller, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven

    Die kalten polaren Eiskappen stellen ein herausragendes Umweltarchiv dar und erlauben einzigartige Einblicke in Veränderungen des Klimasystems vergangener Zeiten – zurück bis 800.000 Jahre vor heute. Vor dem Hintergrund möglicher künftiger Entwicklungen gewinnen diese Informationen zunehmend an Bedeutung, weil so die Bandbreite natürlicher Variationen besser eingeschätzt werden kann.

    Im Vortrag wird das „Klimaarchiv Eis“ zunächst als Ganzes vorgestellt ehe die jüngsten Ergebnisse aus verschiedenen Bohrprojekten diskutiert werden. Dabei werden insbesondere Ergebnisse des EPICA-Projekts, an dem das Alfred-Wegener-Institut federführend beteiligt war, berücksichtigt. Neben den wissenschaftlichen Ergebnissen werden auch technische Aspekte von Eisbohrprojekten dargestellt und ein Ausblick auf geplante Aktivitäten gegeben.

    Vortrag im Rahmen des 'Internationalen Polarjahres 2008'


    Ort: Physikalischer Verein, Robert-Mayer-Str. 2-4, Frankfurt am Main, Kleiner Hörsaal
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Mittwoch, 14. Januar 2009, 19:30 Uhr
    "Gott-Teilchen" und die Weltmaschine - dem Urknall auf der Spur mit dem Beschleuniger am CERN
    Prof. Dr. Harald Appelshäuser, Institut für Kernphysik, Goethe-Universität Frankfurt a.M.

    Woher erhält Materie die Eigenschaft „Masse“. Nach dem Standardmodell der Elementarteilchen ist dafür die Wechselwirkung mit einem allgegenwärtigen Quantenfeld – dem „Higgs-Feld“ – verantwortlich.

    Mit dem LCH, dem neuen Teilchen-Beschleuniger am CERN, Schweiz, soll der Nachweis über die Existenz des Higgs-Feldes erbracht werden. Mit nahezu Lichtgeschwindigkeit werden dabei Atomkerne aufeinander geschossen. Dabei wird die Materie für einen kurzen Moment in einen Zustand versetzt, wie er kurz nach dem Urknall herrschte.

    Vortrag im Rahmen des 'Internationalen Jahres des Astronomie 2009'


    Ort: Physikalischer Verein, Robert-Mayer-Str. 2-4, Frankfurt am Main, Kleiner Hörsaal
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Mittwoch, 21. Januar 2009, 19:30 Uhr
    Öffentliche Festveranstaltung: Verleihung des Philipp Siedler-Wissenschaftspreises an

      Dipl.-Phys. Ulf Bissbort
      Stochastic Mean Field Theory for the Disorderd Bose-Hubbard Model

        Das Gebiet der ultrakalten Atome hat in den vergangenen Jahren mit vielen bahnbrechenden Experimenten einen bisher unerreichten direkten Einblick in die Welt der Quantenmechanik ermöglicht. Die außergewöhnliche Reinheit sowie die Möglichkeit sämtliche Parameter einzustellen, erlauben eine nahezu perfekte Realisierung vieler theoretischer Modelle, wie z.B. kalte Bosonen auf ungeordneten Gittern. In dieser Arbeit wurde erstmals eine „Single-Site-Theorie“ zur Beschreibung einer exotischen „Bose-Glas Phase“ bei Temperatur Null entwickelt und diverse Eigenschaften berechnet. Davor erfolgt eine kurze Einführung in das Gebiet.

      Dipl.-Phys. Manuel Lorenz
      Strangness Produktion in Ar+KCl Reaktionen bei 1,76 AGeV

        Eine der spannendsten Fragen moderner subatomarer Physik ist die Herkunft der Masse. Theorien sagen eine Veränderung der Masse diverser Mesonen für extrem hohe Dichten und Temperaturen voraus. Solche Bedingungen lassen sich im Labor mittels Schwer-ionenkollisonen erzeugen. Teilchen mit Strangequark-Inhalt sind in dem an der GSI (Darmstadt) zugänglichen Energiebereich viel versprechende Observable, da sie unter ihren elementaren Produktionsschwellen erzeugt werden und eine steile Anregungsfunktion besitzen. Zum ersten Mal sind diese seltenen Proben mit dem HADES-Spektrometer vermessen worden.

      Dipl.-Phys. Milica Utvic
      Zentralitätsabhängigkeit der Produktion von Protonen und Antiprotonen in Pb+Pb Stößen bei 158 AGeV

        Die Arbeit soll zum Verständnis des so genannten „Baryon-Stopping“ - der Abbremsung der einfallenden Nukleonen in Schwerionen Stößen - beitragen. Dazu wurde die Verteilung der Protonen und Antiprotonen im longitudinalen Phasenraum (Rapiditätsverteilungen) untersucht. Die entsprechenden Häufigkeitsverteilungen wurden anhand ihres spezifischen Energieverlustes in einem begrenzten Phasenraumbereich gemessen. Aus den mittels Simulationsverfahren korrigierten Häufigkeitsverteilungen wurden Rapiditätsspektren gewonnen. Der Bruchteil der vollständig gestoppten Nukleonen steigt von peripheren zu zentralen Stößen um einen Faktor 2,5 an. Ein Vergleich der ermittelten Ergebnisse mit den publizierten experimentellen Daten sowie mit Rechnungen des HSD-Modells ergab exzellente Übereinstimmung.

    Vortrag: Stochastische Mean-Field-Theorie für das ungeordnete Bose-Hubbard-Modell (Ulf Bissbort)

    Anschließend: Geselliges Beisammensein mit kleinem Imbiss im Foyer

    Ort: Physikalischer Verein, Robert-Mayer-Str. 2-4, Frankfurt am Main, Kleiner Hörsaal
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Donnerstag, 29. Januar 2009, 14:00 Uhr
    Naturwissenschaft als Kulturwissenschaft
    18. Frankfurter Sonderkolloquium der Reihe Technik und Gesellschaft im Dialog

    Gemeinsame Veranstaltung von DECHEMA, Physikalischer Verein, Senkenbergische Naturforschende Gesellschaft, DVS, VDI, DBG, GDCh

    Im diesjährigen Frankfurter Sonderkolloquium wird der Beitrag naturwissenschaftlicher Methoden zur Bewahrung von Kulturgütern und zur Aufklärung ihrer Herkunft beleuchtet. Die Vorträge spannen einen Bogen von der Himmelsscheibe von Nebra bis zur Genanalyse des Neandertalers und zeigen so am konkreten Beispiel die Naturwissenschaft als integralen Bestandteil kulturwissenschaftlicher Forschung.

    Archäologie ohne Spaten - Geophysikalische Prospektion
    Dr. Jörg Fassbinder, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München

    Original oder Fälschung - Die Analyse der Himmelsscheibe von Nebra
    Prof. Dr. Ernst Pernicka, Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie, Mannheim

    Geheimnisse des Scriptoriums - Analyse mittelalterlicher Buchmalereien
    Prof. Dr. Robert Fuchs, Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft, FH Köln

    Forschung in biogenen Archiven - Gene, Isotope, Elemente
    Prof. Dr. Kurt W. Alt, Institut für Anthropologie, Universität Mainz

    Ort: DECHEMA HAUS, Theodor-Heuss-Anlage 25, 60486 Frankfurt am Main
    Eintritt frei, Anmeldung erwünscht, Anmeldung nur bei DECHEMA: hier klicken



Mittwoch, 11. Februar 2009, 19:30 Uhr
    Der Tanz der Elektronen in Atomen und Molekülen - Ungeklärte Geheimnisse der Atomphysik
    Prof. Dr. Horst Schmidt-Böcking, Institut für Kernphysik, Goethe-Universität Frankfurt a.M.

    Öffentliches Festkolloqium zu Ehren von Dr. Gerd Sandstede, Ehrenpräsident des Physikalischen Vereins,
    aus Anlass seines 80. Geburtstages

    Die Quantenmechanik scheint für den Übergang eines einzelnen Elektrons eine Welt des Zufalls zu sein. Je mehr Teilchen sich jedoch in einem Molekül (z. B. Biomolekül) zusammenfinden, umso kausaler werden die Übergänge. Die gemeinsame korrelierte Bewegung, der Tanz der Elektronen zusammen mit den Kernen spielt dabei eine wichtige Rolle.

    Seit wenigen Jahren ist nun erstmals möglich, Schnappschüsse dieser korrelierten Bewegung auf einer extrem kurzen Zeitskala (wenige Attosekunden = 10hoch-18 Sekunden) zu machen. Das in Frankfurt entwickelte COLTRIMS-Reaktionsmikroskop ermöglicht den Blick in die innere Dynamik der Atome und Moleküle. Das neue Messverfahren und erste Anwendungen mit überraschenden Ergebnissen werden vorgestellt.

    Anschließend: Geselliges Beisammensein mit kleinem Imbiss im Foyer

    Ort: Physikalischer Verein, Robert-Mayer-Str. 2-4, Frankfurt am Main, Kleiner Hörsaal
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Sonntag, 08. März 2009, 15:00 Uhr (Einlass ab 14 Uhr)
    Der Urknall: Das Geheimnis des Anfangs
    Prof. Dr. Harald Lesch, Universitätssternwarte München

    Das Universum entstand vor 13,8 Milliarden Jahren. Sein Anfangszustand war extrem dicht und extrem heiß. Welche Naturgesetze regierten diese Anfangsphase? Lässt sich etwas über die Ursachen sagen, die zum "Urknall" des Universums führten?

    Flyer zum Herunterladen:






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