NaturWissenschaft und Technik

 

 

 

In dieser Veranstaltungsreihe werden aktuelle Themen und Forschungsprojekte aus den physikalischen Wissenschaften allgemeinverständlich präsentiert. Namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen ihre Ergebnisse vor. Die Bandbreite der Themen geht dabei auch in andere naturwissenschaftliche sowie naturphilosophische Bereiche hinein.

 

Programm 2016 (wird fortlaufend ergänzt)
Mittwoch, 27. Januar 2016, 19:30 Uhr
Verleihung von Förderpreisen des Physikalischen Vereins an junge Wissenschaftler
Öffentliche Festveranstaltung
Gemeinsame Veranstaltung mit dem Fachbereich Physik der Goethe-Universität
Der Eugen-Hartmann-Didaktikpreis wird für hervorragende Staatsexamensarbeiten aus dem Fachbereich Physik der Goethe-Universität verliehen, die die Lehre in den verschiedenen Schularten verbessern. Der Preis erinnert an Eugen Hartmann, den Gründer der Elektrotechnischen Lehranstalt des Physikalischen Vereins im Jahre 1889.

 

Preisträger 2015:
Marvin Krüger
Perspektiven auf Unterrichtsqualität in komplex-reduzierten Sequenzen
Möglichkeiten und Zusammenhänge hochinferenter Ratings von Schülern und Peers in Physikunterrichtsminiaturen
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik divergierender Perspektiven auf Unterrichtsqualität in der Bildungsforschung und zeigt mit der Erhebung in miniaturisiertem Physikunterricht angehender Physiklehrkräfte einen möglichen Ausweg auf. Dabei kann sowohl die Reliabilität der abgegebenen Urteile von unterrichteten Schüler(innen) sowie hospitierenden Peers als auch der Zusammenhang der beiden untersuchten Perspektiven nachgewiesen werden. Die Arbeit entstand im Forschungsprojekt Фactio.

 

Der Philipp Siedler-Wissenschaftspreis wird verliehen für Studienabschlussarbeiten aus allen physikalischen Disziplinen der Goethe-Universität. Der Preis würdigt das Ehrenmitglied und den Präsidenten Philipp Siedler, der sich in der Nachkriegszeit für den Wiederaufbau des Vereins einsetzte.

 

Preisträger 2015:
Jürgen Eser
Vector Mesons in the Linear Sigma Model within the Functional Renormalization Group Approach
Gegenstand dieser Arbeit ist der chirale Phasenübergang in der Quantenchromodynamik zwischen der hadronischen Phase und dem Quark-Gluon-Plasma. Es wird mithilfe der Funktionalen Renormierungsgruppe die Ordnung des Phasenübergangs bestimmt und die Massenentartung chiraler Partner bei extrem hohen Temperaturen nachgewiesen. Erstmalig erfolgte eine derartige Studie des chiralen Phasenübergangs in Gegenwart von (Axial-)Vektormesonen innerhalb des sogenannten erweiterten linearen Sigma-Modells.

 

Moritz Greif
Electric Conductivity of the Quark-Gluon Plasma
In ultrarelativistischen Schwerionenkollisionen (z.B. am CERN Kernforschungszentrum) entsteht sehr ungewöhnliche Materie: das Quark-Gluonen Plasma. Protonen oder Neutronen sind nicht mehr vorhanden, die relevanten Freiheitsgrade sind Quarks und Gluonen. Wir untersuchen Transporteigenschaften dieses extrem heißen und stark wechselwirkenden Mediums. Mithilfe von stochastischen Methoden können wir die Boltzmann-Transportgleichung mit perturbativ berechneten Wechselwirkungen exakt lösen, und die elektrische Leitfähigkeit bestimmen.

 

Alexander Hartung
Die Spinpolarisation von Elektronen in intensiven Laserfeldern
In Frankfurt konnten die jungen Physiker Otto Stern und Walther Gerlach 1922 den Spin des Elektrons erstmals nachweisen. Der Spin ist eine fundamentale Eigenschaft des Elektrons und damit von elementarer Bedeutung. Beispielsweise beruhen der Magnetismus oder auch das Prinzip der Magnet-resonanztomographie (MRT) auf dem Spin. In der Arbeit wurde der Effekt von ausgerichteten Elektronenspins in sehr starken Lasern zum ersten Mal experimentell bestätigt.

 

Als Abschluss der Veranstaltung: Geselliges Beisammensein im Foyer mit Imbiss

 

 

Donnerstag, 28. Januar 2016, 14 Uhr
Wie wir ticken: Chronobiologie und Zeitwahrnehmung
25. Frankfurter Sonderkolloquium der Reihe Technik und Gesellschaft im Dialog.
Gemeinsame Veranstaltung von DECHEMA, Physikalischer Verein, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, DVS, VDI, DBG, GDCh

Wecker
Bild: Batholith
Ob man Frühaufsteher ist oder Nachteule, ob der Tag sich hinzieht wie Kaugummi oder vergeht wie im Flug – wie Menschen Zeit erleben und mit ihr umgehen, hängt offensichtlich sowohl vom Individuum ab wie auch von seiner Wahrnehmung der Umwelt. Wie aber tickt sie, unsere „innere Uhr“? Und wie beeinflusst sie unser Leben? Medizin und Pharmakologie beschäftigen sich unter dem Stichwort „Chronopharmakologie“ mit dem Zusammenhang zwischen Zeit und Gesundheit. Unsere Psyche hat ihre ganz eigene Art der Zeitwahrnehmung. Und dann ist da noch das große Faszinosum für Wissenschaftler wie für Künstler - die Zeitreise. Ist sie physikalisch überhaupt möglich? Das alles sind Themen des diesjährigen Frankfurter Sonderkolloquiums, bei dem die Zeit – wir sind uns sicher – wie im Flug vergehen wird.

Programm:

Physik der Zeitreise

Prof. Dr. Heinrich Päs, TU Dortmund

Wie tickt die biologische Uhr – von der Chronobiologie zur Chronomedizin
Prof. Dr. Horst-Werner Korf, Universität Frankfurt

Die biologische Uhr im Alltag des Menschen
Prof. Dr. Till Rönneberg, TU München

Psychologie der Zeit: Wie unser Gefühl für die Zeit entsteht
Dr. Marc Wittmann, Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Freiburg

Moderation:
Prof. Dr. Kurt Wagemann, DECHEMA e.V., Frankfurt am Main

Ort: DECHEMA HAUS, Theodor-Heuss-Anlage 25, 60486 Frankfurt am Main
Eintritt frei, Anmeldung erwünscht, Anmeldung nur bei DECHEMA: hier klicken

 

 

Themenreihe: "Unter unseren Füßen: Ein Blick ins Innere der Erde"

Geo-Agentur
Gemeinsame Veranstaltungsreihe des Physikalischen Vereins und der Geo-Agentur des Fachbereichs Geowissenschaften/Geographie der Goethe-Universität

Der Blick in den Himmel reicht unendlich weit, aber wie weit und mit welchen Methoden können wir in die Erde hinein schauen? Wie erforschen Wissenschaftler ihren strukturellen und materiellen Aufbau? Neben der rein wissenschaftlichen Neugier, spielen hierbei die Suche nach Nützlichem, Schönem, aber auch potentiellen Gefahren eine Rolle. In fünf Vorträgen werden verschieden weit reichende Möglichkeiten des „Einblicks“ vorgestellt.

Begleitend werden zwei Laborführungen am Institut für Geowissenschaften des FB 11 der Goethe-Universität angeboten. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine Voranmeldung notwendig.
Mittwoch, 3. Februar 2016, 19:30 Uhr
Nützliche Erdbeben lassen tief blicken
Prof. Dr. Georg Rümpker, Insitut für Geowissenschaften, Goethe-Universität
Earthquake damage in Port-au-Prince
Bild: James L. Harper Jr., USAF
Erdbeben haben einen schlechten Ruf – in den Medien wird vor allem von den Schadenswirkungen schwerer Erdbeben berichtet. Erdbebenwellen bieten allerdings auch einzigartige Möglichkeiten für die Untersuchung des tiefen Erdinneren und der dort ablaufenden physikalischen Prozesse.

Der Vortrag beleuchtet die Ursachen und das Auftreten von Erdbeben weltweit und im Rhein-Main-Gebiet. Dabei werden wir uns auch mit der Problematik von induzierten, d.h. durch menschliche Eingriffe verursachte, Erdbeben befassen. Methoden zur Erfassung kleinster Erdbeben werden ebenso vorgestellt, wie aktuelle Forschungsergebnisse und neue Projekte zur Durchleuchtung des Inneren unseres Planeten.
Ort: Hörsaal BiK-F, Georg-Voigt-Str. 14-16, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

 

Mittwoch, 10. Februar 2016, 19:30 Uhr
Magma, Schmelzen und Vulkane: Physik des Erdmantels
Prof. Dr. Harro Schmeling, Insitut für Geowissenschaften, Goethe-Universität
Die sich über geologische Zeiten langsam abkühlende Erde ist gegenwärtig im Zustand thermischer Konvektion, wobei der weitgehend kristalline Erdmantel Strömungsgeschwindigkeiten von einigen Zentimetern pro Jahr aufweist. In bestimmten Bereichen wird allerdings die Schmelztemperatur überschritten, was zum Auftreten partieller Schmelzen führt, die relativ zur Gesteinsmatrix mobil sind. Die Physik dieser Zwei-Phasen-Strömung ist Inhalt des Vortrages. Abhängig von verschiedenen physikalischen Parametern kann die Schmelze in Form von porösen solitären Wellen oder durch Fokussierung in Schmelzkanälen durch den Mantel aufsteigen. Ungeklärt ist bisher, wie sich in einem solchen System bruchhafte vertikale Gänge ausbilden, durch die die Magmen dann die kalten, obersten 10 bis 100 km der Lithosphäre durchdringen, um Magmakammern zu füllen oder an Vulkanen die Erdoberfläche zu erreichen.

Lava flow at Krafla, 1984
Bild: Michael Ryan, U.S. Geological Survey
Ort: Hörsaal BiK-F, Georg-Voigt-Str. 14-16, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

Mittwoch, 17. Februar 2016, 19:30 Uhr
Götter, Gräber, Geophysiker - geophysikalische Methoden in der Archäologie
Prof. Dr. Andreas Junge, Insitut für Geowissenschaften, Goethe-Universität
Luftbildarchäologie
Bild: Jacques Dassié
Knapp vorbei ist auch daneben – das gilt auch für die Suche nach verborgenen archäologischen Strukturen im Untergrund. Mit geophysikalischen Methoden, wie der Geomagnetik, der Geoelektrik und dem Georadar, lässt sich die Trefferwahrscheinlichkeit bedeutend erhöhen - doch wie funktioniert die Physik auf dem Acker? Das Prinzip ist einfach, die Durchführung auch, aber der Teufel steckt im Detail. Mit hochempfindlichen Geräten spüren wir Zeugnisse menschlichen Wirkens vergangener Jahrhunderte und Jahrtausende auf - bzw. das, was davon übrig geblieben ist: u.a. eine Absteige neben der A66, ein Römerkastell in der Wetterau und Leichen im hessischen Ried.

Ort: Hörsaal BiK-F, Georg-Voigt-Str. 14-16, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich


Mittwoch, 13. April 2016, 18:30 Uhr
Führung Hochdrucklabor: „Das Erdinnere aus dem Chemiebaukasten“ (ausgebucht)
Sascha Staubach, Geo-Agentur
Im Hochdrucklabor der Arbeitsgruppe Experimentelle Petrologie werden die Bedingungen des Erdinneren an künstlichen und natürlichen Proben simuliert. Dies dient dem Verständnis der physikalischen und chemischen Prozesse die in Gesteinen ablaufen, wenn sie veränderten Druck- und Temperaturbedingungen ausgesetzt werden. Die Bandbreite der Simulationen reicht dabei bis zu Bedingungen, wie sie im Kern unseres Planeten herrschen, wobei man für die höchsten Drücke nicht immer die größten Maschinen benötigt.

Maximale Teilnehmerzahl: 15
Anmeldung erforderlich unter This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
Treffpunkt: Pforte Geowissenschaften, Altenhöferallee 1, 60438 Frankfurt (Lageplan: hier)
Earth Quarter Cut
Bild: Soylent Green

Mittwoch, 13. April 2016, 19:30 Uhr
Diamanten – ein brilliantes Fenster ins Erdinnere
Prof. Dr. Frank Brenker, Institut für Geowissenschaften, Goethe-Universität
Rohdiamanten
Bild: Ptukhina Natasha
Diamanten stammen aus 150 bis 700 km Tiefe und werden durch hochexplosive Vulkaneruptionen an die Erdoberfläche gerissen. Wissenschaftler interessieren „schmutzige“ Diamanten mit Mineral-und Gesteinseinschlüssen, die Informationen über den Aufbau und physikalischen Zustand des Erdmantels liefern und darüber, wann, wo und wie sich Diamanten bildeten. Die isotopische Zusammensetzung der Diamanten selbst zeigt, dass der Kohlenstoff aus dem er besteht teilweise organischen Ursprungs ist, d.h. dass er einst von der Erdoberfläche bis in hunderte km Tiefe transportiert wurde. Spektakuläre Funde von Karbonaten und wasserhaltigen Mineraleinschlüssen weisen auf ein riesiges Wasser und CO2-Reservoir im inneren der Erde hin. So sind Diamanten Zeugen und Teil des globalen Kohlenstoff-, CO2 und Wasser-Kreislaufs der Erde.

Der ursprünlich für diesen Termin vorgesehene Referent (Prof. Brey) ist leider verhindert.

Ort: Hörsaal Geowissenschaften, Altenhöferallee 1, 60438 Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

Mittwoch, 27. April 2016, 18:30 Uhr
Führung Isotopenlabor: „Wie winzige Kristalle die Entstehung ganzer Kontinente erklären“ (ausgebucht)
Dr. Axel Gerdes, Sascha Staubach
Gesteine und die sie aufbauenden Kristalle sind Zeugen der physikalisch - chemischen Bedingungen, die während ihrer Entstehung herrschten. Besonders aussagekräftig sind hierbei winzigste „Verunreinigungen“ aus Fremdelementen und Produkte radioaktiver Zerfallsprozesse. Die Genauigkeit der hierbei angewendeten Messmethoden bewegt sich in der Größenordnung von Zehn hoch minus Fünfzehn. Zum Vergleich könnte man theoretisch die Menge eines einzelnen Zuckerkörnchens, aufgelöst in der Wassermenge des Bodensees, nachweisen. Diese Messgenauigkeit stellt nicht nur große Anforderungen an die Gerätetechnik, sondern auch an die Sauberkeit der Labore, weshalb die Besucherzahl hierbei begrenzt werden muss.

Maximale Teilnehmerzahl: 10
Anmeldung erforderlich unter This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
Treffpunkt: Pforte Geowissenschaften, Altenhöferallee 1, 60438 Frankfurt (Lageplan: hier)
Ascorbinsäure
Bild: Rolf Bucher

Mittwoch, 27. April 2016, 19:30 Uhr
Radiometrische Altersdatierung: von der frühen Erde bis zur Entwicklung des Menschen
Dr. Axel Gerdes, Insitut für Geowissenschaften, Goethe-Universität
C14-Methode
Bild: Sgbeer
Erst mit der Entdeckung der Radioaktivität vor 120 Jahren konnten Messmethoden zur absoluten Altersbestimmung entwickelt werden, die uns nun erlauben eine klare Geochronologie geologischer Ereignisse und Prozesse unserer Erde aufzustellen. Die Methoden haben wesentlich zu unserem Verständnis über die Geschichte der Erde, wie auch die des Menschen, beigetragen. Die älteste und auch wichtigste Methode beruht auf den U-Pb-Zerfallsreihen, die uns erlauben Gesteine, Minerale aber auch Knochen und Zähne zu datieren: vom ersten präzisen Alter der Erde in 1953, dem Nachweis frühster Erdkruste um 4.4 Milliarden Jahre bis zur Entwicklung der Hominiden zwischen 3 und 0.8 Millionen Jahre. Der Vortrag gibt neben einer allgemeinen Übersicht auch Einblicke in methodische Entwicklungen und Anwendungen der U-Pb Datierungsmethode in Frankfurt.

Ort: Hörsaal Geowissenschaften, Altenhöferallee 1, 60438 Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.



Themenreihe: "Wolken, Wind und Wetter: Was passiert in unserer Atmosphäre?"

Geo-Agentur
Gemeinsame Vortragsreihe des Physikalischen Vereins und der Geo-Agentur des Fachbereichs Geowissenschaften/Geographie der Goethe-Universität

Wir leben am Grunde eines Luftmeeres: um uns herum und über unseren Köpfen laufen in der Atmosphäre fortwährend zahlreiche komplexe physikalische und chemische Prozesse ab - teilweise direkt sichtbar, teilweise unsichtbar. Welchen Einfluss haben sie auf unsere alltägliche Umwelt, welchen auf die langfristige Stabilität der den Planeten schützenden Lufthülle? In fünf Vorträgen werden aktuelle Untersuchungsmethoden und Forschungsprojekte vorgestellt.
Termine: 11. Mai, 1. Juni, 8. Juni, 29. Juni, 13. Juli
Mittwoch, 11. Mai 2016, 19:30 Uhr
Atmosphärische Wellen vom Labor bis zur atmosphärischen Brandung: ein Ausflug in die Dynamik
Prof. Dr. Ulrich Achatz, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Goethe-Universität, Frankfurt
Cern
Bild: Ulrich Achatz
Im Gegensatz zum weithin bekannten Schall sind weniger geläufige Wellentypen prägend für die Atmosphäre. Sie sind die Grundkonstituenten des täglichen Wetters und damit auch der natürlichen Klimavariabilität. Da sie einen sehr großen Skalenbereich abdecken (10 m – 10.000 km), fallen wichtige Anteile des Wellenspektrums durch die Maschen der Wetter- und Klimamodelle, spielen aber dennoch für die darin aufgelösten Prozesse eine sehr wichtige Rolle. Dies erfordert die Beschreibung des Effekts dieser Wellen durch eigene Parametrisierungen, die nur auf der Basis eines tiefgehenden Verständnisses formulierbar sind. Viele wichtige Fragen sind bis dato ungelöst. Der Vortrag stellt die wichtigsten Wellentypen vor, erläutert ihre Dynamik und reißt diesbezüglich einige der aktuellen Forschungsthemen an.

Ort: Hörsaal Geowissenschaften, Altenhöferallee 1, 60438 Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

 

Mittwoch, 1. Juni 2016, 19:30 Uhr
Ozon in der Stratosphäre – Das Stopfen von Löchern kann auch mal länger dauern
Prof. Dr. Andreas Engel, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Goethe-Universität, Frankfurt
Ballon
Bild: Andreas Engel
Es ist still geworden um das stratosphärische Ozonloch. Während vor 15 Jahren jährlich die Diskussion über die Größe und Tiefe des Ozonlochs im antarktischen Frühjahr durch die Presse ging, kann man heute nur in Randnotizen davon lesen. Dabei reißt das Loch im Ozonschild der Erde nach wie vor jedes Jahr im Herbst auf, um dann gegen die Jahreswende wieder zu verschwinden. Grund für die Ruhe über das Ozonloch ist, dass wir davon ausgehen, die Ursachen sind verstanden, die nötigen Gegenmaßnahmen, die Regulierung der Emission ozonschädigender Substanzen durch das Montreal Protokoll, eingeleitet und die Erholung der Ozonschicht ist nur eine Frage der Zeit. Im Vortrag wird diskutiert, ob diese relative Ruhe um das Ozonloch gerechtfertigt ist, welches die wissenschaftlichen Hintergründe sind und welche Zukunftsprognosen es für das stratosphärische Ozon gibt. Die Universität Frankfurt hat mit Messungen der ozonzerstörenden Substanzen in der Stratosphäre mit großen Forschungsballonen zum Verständnis der Prozesse um den Ozonabbau beigetragen. Weiterhin wird gezeigt, warum das Montreal Protokoll das bisher erfolgreichste internationale Umweltschutzabkommen war und auch einen großen Beitrag zum Klimaschutz geleistet hat. Im Ausblick wird gezeigt, dass der positive Beitrag zum Klimaschutz in Gefahr ist, denn viele der Ersatzstoffe für die ozonschädigenden Gase sind zwar nicht ozonschädigend aber starke Treibhausgase.

Ort: Hörsaal Geowissenschaften, Altenhöferallee 1, 60438 Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

 

Mittwoch, 8. Juni 2016, 19:30 Uhr
Kosmische Strahlung - Wolken - Klima:
Neue Untersuchungen zum Einfluss der Galaktischen Kosmischen Strahlung auf Aerosole, Wolken und Klima im Rahmen des CLOUD-Projekts am CERN
Prof. Dr. Joachim Curtius, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Goethe-Universität, Frankfurt
Wolken spielen eine wesentliche Rolle für den Strahlungs- und Wasserhaushalt der Erde. Gleichzeitig bilden sie wissenschaftlich den größten Unsicherheitsfaktor für das Verständnis des Klimawandels. Das CLOUD-Experiment am CERN ermöglicht präzise Experimente zur Aerosol- und Wolkenbildung. Ein Schwerpunkt der Studien liegt bei der Rolle von Ionen, um die möglichen Einflüsse von kosmischer Strahlung - und deren Modulation durch die Sonne - auf die Aerosol- und Wolkenbildung zu untersuchen. In den CLOUD-Experimenten hat sich gezeigt, dass die Aerosolbildung in der Atmosphäre viel komplexer ist als ursprünglich angenommen, und dass eine Vielzahl von chemischen Komponenten beteiligt ist. Die Untersuchungen erlauben nun einen deutlich verbesserten Vergleich zwischen dem Einfluss der Aerosole in vorindustriellen Zeiten, als natürliche Quellen dominierten, und der heutigen Zeit mit erheblichen menschgemachten Einflüssen.

Ort: Hörsaal Geowissenschaften, Altenhöferallee 1, 60438 Frankfurt (Lageplan: hier)

(Im gedruckten Programmheft wird irrtümlicherweise ein anderer Ort genannt).

Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.
Cern
Bild: CERN

 

Mittwoch 29. Juni 2016, 19:30 Uhr
Was verhagelt die Wettervorhersage?
Prof. Dr. Bodo Ahrens, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Goethe-Universität, Frankfurt
Unwetterereignisse mit Starkregen, Hagel und Blitzschlag besitzen ein erhebliches Schadenspotential. Wo und wann werden sie ausgelöst? Wird es hageln? Kommt es zu einer Sturzflut? Unwetter sind kleinräumige konvektive Prozesse hoher Dynamik. Dies erschwert sowohl die Beobachtung als auch die Vorhersage von Unwettern. Konvektive Niederschläge werden häufig nicht von den konventionellen Niederschlagsmessnetzen erfasst. Mit Fernerkundungsmethoden kann konvektive Bewölkung und Niederschlag beobachtet werden, aber nicht die Auslösungsregion der Konvektion. Es sind also noch längst nicht alle Prozesse, die zu Unwettern führen, verstanden. Die nichtlineare Dynamik schränkt die Vorhersagbarkeit konvektiver Unwetterzellen auf nur wenige 10 min in die Zukunft ein. Für längere Vorhersagezeiträume sind nur Wahrscheinlichkeitsaussagen möglich. Dieser Vortrag soll das interessante Phänomen Unwetter und die Möglichkeiten der Unwettervorhersage beleuchten.

Ort: Hörsaal BiK-F, Georg-Voigt-Straße 14-16, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.
Konvektion überm Taunus
Bild: Christoph Brendel, IAU

 

Mittwoch, 13. Juli 2016, 19:30 Uhr
Über Berg und Tal: Die atmosphärische Grenzschicht und Windsysteme über komplexem Gelände
Prof. Dr. Jürg Schmidli, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Goethe-Universität, Frankfurt
Owens Valley, Kalifornien
Bild: Jürg Schmidli
Thermisch angetriebene Windsysteme, wie beispielsweise die Hang- und Talwinde, sind ein wesentlicher Bestandteil der atmosphärischen Grenzschicht über komplexem Gelände und haben einen großen Einfluss auf das Wetter und Klima im Gebirge. Diese Windsysteme sind nicht nur für das lokale Klima in Gebirgstälern wichtig, sondern auch für die Entstehung von Wolken und Gewitter in Gebirgsregionen und für die Wechselwirkung mit den groß-skaligen atmosphärischen Strömungen. In aktuellen numerischen Wettervorhersagemodellen sind diese Winde oft schlecht dargestellt. Auch ist ihre Rolle für Transportprozesse in Tälern umstritten. Der Vortrag stellt neuere Arbeiten zum Talwindsystem vor, einschließlich einer Studie über die Repräsentation des Talwindes in den Alpen im Wettermodell COSMO, sowie eine Untersuchung der Entwicklung der Grenzschicht in einem idealisierten Tal mit Hilfe von hochaufgelösten numerischen Simulationen.

Ort: Hörsaal BiK-F, Georg-Voigt-Straße 14-16, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.
Montag, 04. Juli 2016, 19:30 Uhr
Verleihung des Christian-Ernst-Neeff Umweltpreises 2015/2016 des Physikalischen Vereins an junge Amateurforscher
Öffentliche Festveranstaltung

 

Der Christian-Ernst-Neeff Umweltpreis soll an den Gründer des Physikalischen Vereins, Dr. med. Christian Ernst Neeff, erinnern und für Arbeiten mit stark interdisziplinärem Charakter über Umweltschutz und Umwelttechnik sowie technische Entwicklungen mit besonderem gesellschaftlichen Bezug vergeben werden. Er richtet sich an Amateurforscherinnen und -forscher insbesondere an Schulen.

 

Preisträger 2015/2016:

 

Joshua Azvedo (Graf-Stauffenberg-Gymnasium Flörsheim)
Spikes unter Spannung: Strom aus dem Schuh

 

Felicitas Kaplar, Larissa Roth, Levin Winzinger (Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach)
Grüne Olefine aus nachwachsenden Rohstoffen: Perspektiven für das Nacherdölzeitalter

 

Samuel Klos, Steffen Mansfeld, Felix Mujkanovic,Stefan Tauchnitz (Main-Taunusschule Hofheim)
Nano-Titandioxid: Ökotoxizität und fotokatalytische Wirkung

 

 

Als Abschluss der Veranstaltung: Geselliges Beisammensein mit Imbiss. Die Preisträger präsentieren ihre Arbeiten an Stationen.
Ort: Hörsaal BiK-F, Georg-Voigt-Straße 14-16, Frankfurt (Lageplan: hier)
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.