"Aus Naturwissenschaft und Technik"

In dieser Veranstaltungsreihe werden aktuelle Themen und Forschungsprojekte aus den physikalischen Wissenschaften allgemeinverständlich präsentiert. Namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen ihre Ergebnisse vor. Die Bandbreite der Themen geht dabei in andere naturwissenschaftliche und auch naturphilosophische Bereiche hinein.

Programm Sommersemester 2011
Mittwoch, 13. April 2011, 19:30 Uhr
    Überwachung der Radioaktivität in der Atmosphäre durch den Deutschen Wetterdienst
    Dr. Thomas Steinkopff, Zentrallabor Deutscher Wetterdienst, Offenbach a.M.

    Der Deutsche Wetterdienst ist gesetzlich mit der Überwachung der Radioaktivität in der Atmosphäre beauftragt.  Ziel ist es, kontinuierlich die Umweltradioaktivität zu erfassen und darauf aufbauend so schnell wie möglich Informationen über geringste Konzentrationen oberhalb der natürlichen Radioaktivität zu erkennen.

    Dazu wurde ein Messnetz aus 48 Messstellen eingerichtet, die kontinuierlich die aerosolgebunden Radionuklide überwachen. Dies wird durch Messung der charakteristischen Gammastrahlung und über Messung der Gesamtalpha- und Betaaktivität realisiert. Ein weiteres Messmodul berücksichtigt auch die gasförmigen Isotope des radioaktiven Iods. Über die Messung des Niederschlags wird der Anteil der deponierten Radionuklide bestimmt. Spezielle Radionuklide wie Strontium-90 und einzelne Alphastrahler werden nach aufwändigen radiochemischen Analysen im Labor bestimmt.

    Alle Messwerte werden zusammengefasst und dem Bundesamt für Strahlenschutz im Routinebetrieb mindestens täglich übermittelt für die jeweils aktuelle Lagedarstellung. Im Fall eines kerntechnischen Ereignisses stehen bereits vor den Messungen erste Informationen aus den Ergebnissen von Ausbreitungsrechnungen zur Verfügung und gestatten es auch einen flugzeuggestützten Messeinsatz zu planen.

    Hier ein Link zum Intergrierten Mess- und Informationssystem (IMIS) des Bundesamtes für Strahlenschutz: IMIS

    Ort: Physikalischer Verein, Robert-Mayer-Str. 2-4, Frankfurt am Main, Hörsaal 001 EG (Lageplan)
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Mittwoch, 04. Mai 2011, 17 - 22 Uhr Uhr
und
Mittwoch, 11. Mai 2011, 17 - 22 Uhr Uhr
    Ausstellung: Einstein-Wellen-Mobil
    Öffentlicher Besucherabend

    Relativitätstheorie und Gravitationswellen-Astronomie werden durch Computersimulationen, Filme und viele Mitmach-Exponate begreifbar.

    Link zur Ausstellung: hier,

    Ort: Physikalischer Verein, Robert-Mayer-Str. 2-4, Frankfurt am Main, Hörsaal 001 EG (Lageplan)
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Mittwoch, 11. Mai 2011, 19:30 Uhr
    Philipp Reis-Vortrag: Mobilfunk als Mensch-Aufgabe-Technik-System: Determinanten, Folgen und Zukunft einer bahnbrechenden Technologie
    Priv. Doz. Dr. Key Pousttchi, Leiter Forschungsgruppe wi-mobile, Universität Augsburg

    Die Mobilfunktechnologie hat die Menschheit in kürzerer Zeit durchdrungen als jeder ihrer Vorgänger. Dabei hat sie bahnbrechende Veränderungen bewirkt und schreitet weiter fort, dies zu tun.

    Der diesjährige Philipp-Reis-Vortrag zeigt die Determinanten und Auswirkungen dieses Prozesses auf. Dabei steht nicht eine rein technikzentrierte Betrachtung, sondern die Analyse des vollständigen Mensch-Aufgabe-Technik-Systems aus wirtschaftsinformatischer Perspektive und insbesondere drei Leitfragen im Mittelpunkt: Warum und unter welchen Umständen nutzen Endverbraucher mobile Dienste? Wie sehen die Mobilfunktechnik und der Mobilfunkmarkt der Zukunft aus? Wie hat sich das Kommunikations- und Sozialverhalten durch den Mobilfunk verändert?

    In einem Exkurs wird zudem die Rolle der Mobilfunktechnologie in Entwicklungsländern beleuchtet, die sich signifikant von derjenigen in entwickelten Ländern unterscheidet.

    Mit dem Philipp Reis-Vortrag erinnert der Physikalische Verein an den Erfinder des Telefons. Der in Gelnhausen geborene Philipp Reis, später Lehrer in Friedrichsdorf, hatte 1861 im Physikalischen Verein seine Erfindung erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt.

    Ort: Physikalischer Verein, Robert-Mayer-Str. 2-4, Frankfurt am Main, Hörsaal 001 EG (Lageplan)
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Mittwoch, 18. Mai 2011, 19:30 Uhr
    Wie beeinflusst Meditation das Gehirn?
    Dr. Ulrich Ott, BION, Justus-Liebig-Universität, Gießen

    Wer bei Meditation nur an Esoterik und Räucherstäbchen denkt, verpasst etwas Wesentliches: Meditationstechniken dienen dazu, spezifische Funktionen des Gehirns zu trainieren. Wer regelmäßig übt, lernt seine Körperwahrnehmung zu verbessern, Stressreaktionen zu reduzieren, die Aufmerksamkeit zu fokussieren und positive Emotionen zu entwickeln. In den vergangenen zehn Jahren hat die Forschung mit Bildgebenden Verfahren gezeigt, wie sich ein derartiges Training auf die Aktivität und Struktur des Gehirns von Meditierenden auswirkt. Der Vortrag erklärt, mit welchen Methoden diese Forschung arbeitet und gibt einen Überblick über die bisherigen Ergebnisse. Es wird gezeigt, wie und wo sich Effekte von gesteigerter Körperbewusstheit, Entspannung, Konzentration und Mitgefühl im Gehirn messen lassen.

    Der Referent weist auf folgende Links zum Thema hin:

    www.brainlogs.de
    Mediation für Skeptiker
    www.meditation-wissenschaft.org
    Presseartikel in der FAZ vom 3.4.2008

    Ort: Physikalischer Verein, Robert-Mayer-Str. 2-4, Frankfurt am Main, Hörsaal 001 EG (Lageplan)
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Mittwoch, 25. Mai 2011, 19:30 Uhr
    Feinstpartikel und andere Kleinigkeiten
    Betram Bühner, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Goethe-Universität Frankfurt a.M.

    Der Begriff „Feinstaub“ ist längst zu einem politischen Schlagwort geworden und wird gerne unreflektiert verwendet – natürlich unter der Annahme, dass jeder weiß, was damit gemeint ist. Tatsächlich verbirgt sich unterhalb der Größenordnung des „gewöhnlichen“ Staubs, der so gerne auf Stereoanlagen und Wohnzimmerschränken liegt, eine reichlich differenzierte Welt des Kleinen und Kleinsten, in der eine Reihe von Akteuren ihren Teil zum „Gesamtaerosol“ beitragen. Um einen Blick in diese Welt zu werfen, muss man so manchen experimentellen Kniff anwenden, da sich viele dieser Akteure dem direkten Blick entziehen. Neben einem Überblick über das atmosphärische Aerosol werden einige typische Messmethoden vorgestellt und vielleicht gelingt es auch, das Politikum „Feinstaub“ etwas sorgfältiger zu beschreiben.

    Ort: Physikalischer Verein, Robert-Mayer-Str. 2-4, Frankfurt am Main, Hörsaal 001 EG (Lageplan)
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Donnerstag, 16. Juni 2011, 19:30 Uhr
    Öffentliche Festveranstaltung: Verleihung von Förderpreisen des Physikalischen Vereins an junge Amateurforscherinnen und -forscher

    Die Preisträger stellen ihre Arbeiten vor.

    Christian Ernst Neeff-Preis für Arbeiten über Umwelt und Technik

      Marcel Conrady und Martin Prömper
      „Intelligenter Umgang mit Energie im Zeitalter des Klimawandels“


      Die Autoren beschäftigen sich in ihrer Arbeit mit der Energiebilanz der Leibnizschule Offenbach am Main. Nach Überlegungen, wo die größten Energiemengen gewonnen werden könnten, führten sie Gespräche mit Fachkundigen, stellten Messreihen auf und ließen Wärmebildaufnahmen des Gebäudes anfertigen. Motivation waren die Katastrophen im Sommer 2010 - Auswirkungen des Klimawandels - die durch lokale Einsparungen vermindert werden könnten.
      Schule/Betreuer: Leibnizschule, Offenbach

    Samuel Thomas von Soemmerring-Preis für astronomische Arbeiten

      Sarah Rosenblatt und Lukas Schneider
      „Ein Meteorit vom Merkur? - Angrit NWA2999“


      Durch licht- und polarisationsmikroskopische Untersuchungen konnten im Meteoritgestein NWA2999 auffällige Koronastrukturen gefunden werden. Bei einer Korona muss davon ausgegangen werden, dass eine Reaktion ihrer Bestandteile stattgefunden hat. Im vorliegenden Fall beträgt der notwendige Druck für den Ablauf dieser Reaktion 9kbar. Über die Druckbedingung (9 kbar) konnten die Mindestgröße des Mutterkörpers bestimmt werden. Einige Zwergplaneten und Asteroiden können somit ausgeschlossen werden. Weitere Ausschlussverfahren lassen auf die Herkunftsmöglichkeit Merkur schließen, von dem noch kein Meteorit zuvor identifiziert wurde.
      Schule/Betreuer: Lichtenbergschule, Darmstadt


    Der Weird Science Club der Lichtenbergschule, Darmstadt, erhält eine besondere Würdigung


    Ort: Physikalischer Verein, Robert-Mayer-Str. 2-4, Frankfurt am Main, Hörsaal 001 EG (Lageplan)
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Mittwoch, 24. August 2011, 18:30 Uhr (bitte Uhrzeit und Ort beachten)
    In Zusammenarbeit mit EXPERIMINTA
    Frankfurter Nobelpreisträger:
    Sternstunden der Frankfurter Physik - Otto Stern und seine Molekularstrahlmethode
    Prof. Dr. Horst Schmidt-Böcking, Institut für Kernphysik, Goethe-Universität Frankfurt

    Otto Stern entwickelte 1919 in Frankfurt die Grundlagen der Molekularstrahlmethode. Dieses Experimentierverfahren erlaubte den Physikern und Chemikern zum ersten Male einzelne Atome kontrolliert in die „Hand“ zunehmen und innere Quanteneigenschaften von Atomen zu bestimmen. Für die Erforschung der Quantenwelt ist dies ein Meilenstein vergleichbar mit Gutenbergs Erfindung von der Verwendung einzelner Buchstaben zum Drucken von Büchern. Auf der Entwicklung Sterns bauen die Entdeckung des Masers/ Lasers, der Atomuhr, der Kernspinverfahren etc. auf. 1933 musste er wegen seines Judentums in die USA emigrieren. Für seine Molekularstrahlmethode und die Messung des magnetischen Momentes des Protons erhielt er 1943 den Nobelpreis.

    Ort: EXPERIMINTA, Hamburger Allee 22-24, Frankfurt am Main (Lageplan: hier)
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Mittwoch, 07. September 2011, 18:30 Uhr (bitte Uhrzeit und Ort beachten)
    In Zusammenarbeit mit EXPERIMINTA
    Frankfurter Nobelpreisträger:
    Hans Bethe, der große Pionier der Atom- und Kernphysik
    Prof. Dr. Horst Schmidt-Böcking, Institut für Kernphysik, Goethe-Universität Frankfurt

    Der 1906 geborene Hans Bethe verbrachte seine Jugend, Schulzeit und Teil seines Physikstudiums von 1915 bis 1926 in Frankfurt. 1928 promovierte er bei Arnold Sommerfeld. Trotz seines jungen Alters gelangen ihm zahlreiche Pionierarbeiten auf dem neuen Gebiet der Quantenphysik: Atom-, Festkörper-, Kernphysik und Quantenelektrodynamik hat er entscheidend geprägt. Für seine Erklärung der Kernreaktionsprozesse in der Sonne hat er 1967 den Nobelpreis für Physik erhalten. Er musste 1933 emigrieren und hat 70 Jahre an der Cornell Universität in Ithaca/NY gewirkt und die Entwicklung der theoretischen Physik im 20. Jahrhundert sehr beeinflusst. Er war bis ins hohe Alter (gest. 2005) die moralische Stimme Amerikas gegen Aufrüstung. 2004 wurde er Ehrendoktor der Goethe-Universität und Ehrenmitglied des Physikalischen Vereins Frankfurt.

    Ort: EXPERIMINTA, Hamburger Allee 22-24, Frankfurt am Main (Lageplan: hier)
    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich



Sonntag, 11. September 2011, 15:00 Uhr (Einlass ab 14:00 Uhr)
    Karl Schwarzschild-Vortrag: "Wir irren uns empor"
    Prof. Dr. Harald Lesch, Universitätssternwarte München, ZDF-Moderator "Abenteuer Forschung"

    Harald Lesch, der bekannte ZDF-Moderator und Professor für Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München beschäftigt sich in diesem Vortrag mit dem Thema Wahrheit: "Von Wahrheit wissen wir in den Naturwissenschaften nichts zu sagen. Unser Erkenntnisgewinn besteht in der immer genaueren Aussage darüber, was nicht der Fall ist. Da jede Theorie an der Erfahrung (Experiment und Beobachtung) scheitern können muss, ist jedes neue Ergebnis nur der Antrieb für einen weiteren Schritt hin zu einer neuen Theorie und einem neuen Experiment. Dieses Wechselspiel ist für den Prozesscharakter der Forschung verantwortlich und erlaubt damit auch erst die erfolgreiche Funktion von Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten. Denn wenn immer schon alles klar wäre, wenn Wissen also dogmatisch verfestigt wäre, dann bräuchte man auch keinen Unterricht mehr, sondern alles könnte auswendig gelernt werden."

    Eintritt: 5 Euro
    Schüler/Studenten: 4 Euro (mit Ausweis)

    Online-Reservierung hier: link

    Ort: Hörsaalzentrum Audimax Univ.-Campus Westend, Grüneburgplatz 1, Frankfurt am Main





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