Sternwarte Frankfurt des Physikalischen Vereins
Aktuelle Mitteilung
04.03.2009
Entdeckung eines gefährlichen Asteroiden
an der Taunus-Sternwarte des Physikalischen Vereins
In der Nacht vom Faschingsdienstag auf Aschermittwoch waren die
Amateurastronomen Rainer Kling, Erwin Schwab und Ute Zimmer auf
der Jagd nach Kleinplaneten. Die Beobachter der Taunus-Sternwarte
des Physikalischen Vereins Frankfurt können bereits auf etliche
Asteroiden–Entdeckungen verweisen.
Beim
Sichten der Aufnahmen des nächstlichen Himmels fiel ihnen eine lange Strichspur auf. Dies ist nichts
Ungewöhnliches, da sich die künstlichen Erdsatelliten, von denen es
reichlich gibt, bei langen Belichtungszeiten als Striche abbilden. Aber es
kann auch ein Asteroid, der in naher Entfernung die Erdbahn kreuzt, in Frage
kommen. Obwohl nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, ob sich an dieser
Stelle ein Satellit befand, hat das Team die Ergebnisse ihrer Auswertung
an die internationale Zentrale, das Kleinplanetenzentrum (Minor Planet Center) in
den USA, gemeldet.
Dort jedoch wurde dieser
Fund zunächst als Satellit eingestuft, bis die professionelle australische
Sternwarte Siding Spring Survey ein unbekanntes erdnahes Objekt (NEO - Near
Earth Object) sichtete. Nach der Bahnberechnung durch das
Kleinplanetenzentrum wurde dann deutlich, dass es sich um das gleiche Objekt
handelt, welches die Amateurastronomen des Physikalischen Vereins bereits
drei Tage zuvor gemeldet hatten.
Die
Freude der drei Entdecker war riesig, als am 28.2. die Nachricht des
Direktors des Kleinplanetenzentrums (Minor Planet Center, USA) eintraf, dass
sie die Entdecker des Asteroiden mit der Bezeichnung 2009 DM45 seien.
Inzwischen
ist die Flugbahn von 2009 DM45 relativ genau bekannt. Er hat eine Umlaufzeit
um die Sonne von 1,27 Jahren. Der Asteroid mit einem Durchmesser von
ungefähr 150 Metern kam bei seinem Vorbeiflug der Erde bis auf die 5,7-fache
Mondentfernung nahe, aus astronomischer Sicht eine recht enge Begegnung.
Er hatte dabei eine Geschwindigkeit von 61.200 km pro Stunde.
Etwas beängstigend ist die Tatsache, dass zum
Zeitpunkt der Entdeckung sich dieser Asteroid bereits wieder von uns entfernte,
seinen erdnächsten Punkt also
schon hinter sich hatte. Wäre er auf direktem Kollisionskurs mit der Erde
gewesen, hätten wir Erdbewohner den Felsbrocken erst bei seinem Einschlag
bemerkt!
Die nächste Annäherung zwischen 2009 DM45 und der Erde wird am 17. August 2012 sein. Dann allerdings wird sich der
Asteroid in rund 80-facher Mondentfernung befinden. Auf lange Sicht betrachtete, kann es durchaus zu einem
Einschlag auf die Erde kommen. Die dabei frei werdende Energie reichte aus, eine Fläche von der Größe Deutschlands
völlig zu zerstören.
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